Coffman, Stephan

Dr. Stephan Coffman wurde 1970 in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und zeigte bereits in seiner Kindheit eine anhaltende Leidenschaft für Kultur und Geschichte, welche von einer reisebegeisterten Familie eifrig gefördert wurde. Sein Vater, ein Professor für Entomologie an der University of Pittsburgh, war ein Spezialist für Wasserinsekten und widmete seine Karriere der Entdeckung neuer Arten und der Klassifizierung dieser bemerkenswerten Tiere. 

Diese Liebe zum Organisieren und Strukturieren erstreckte sich auch auf sein Privatleben, denn Dr. Coffmans Vater war ein begeisterter Sammler von Münzen und Briefmarken, was den jungen Stephan früh mit der Identifizierung und Klassifizierung von etwas anderem als Insekten vertraut machte. Nachdem Stephan seinen Vater 1978 auf einer Geschäftsreise nach Indien begleitet hatte, begann er selbst, indische Briefmarken zu sammeln.

Diese frühe Sammelbeschäftigung wurde jedoch für lange Zeit unterbrochen, als Dr. Coffman sich der Beherrschung der klassischen Geige zuwandte, bevor er sich schließlich für eine medizinische Laufbahn entschied. Er spezialisierte sich auf allgemeine Chirurgie und praktiziert seit 2001 als Chirurg. Mit seiner Frau Chelsea und den beiden Söhnen im Teenageralter – von denen der jüngere aus Äthiopien adoptiert wurde, einem Land, das eine große Rolle im Leben von Dr. Coffman spielen sollte – ließ sich Dr. Coffman im pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten nieder. Die Familie unternahm viele gemeinsame internationale Reisen, und gab so die Coffmansche Leidenschaft für das Reisen an die nächste Generation weiter. Dr. Coffmans Biografie wäre jedoch nicht vollständig, wenn wir nicht seine bemerkenswerte Freiwilligenarbeit in Haiti, Bolivien, Myanmar, Laos, Kambodscha, auf den Philippinen und in Äthiopien erwähnen würden, wo er unentgeltlich zahllose Operationen an Menschen in Not durchführte. Besonders seine Aufenthalte in Äthiopien beeindruckten ihn tief, nicht zuletzt aufgrund seiner Besuche der eindrucksvollen archäologischen Überreste des Axumiten-Reiches. Als er die Geschichte von Aksum eingehender zu studieren begann, entdeckte er auch die reiche numismatische Geschichte dieses indigenen ostafrikanischen Königreiches, und bald wurde seine einstige Leidenschaft für das Sammeln wiederbelebt.

Axum. Ousanas I, circa 325-345 n. Chr. AV Chrysos. Aus der Sammlung Coffman. Auktion Leu 14 (2023), Los 279.

Axum. Ousanas I, circa 325-345 n. Chr. AV Chrysos. Aus der Sammlung Coffman. Auktion Leu 14 (2023), Los 279.

Seine Sammelreise begann mit dem Erwerb einer Ausgabe von Munro-Hays Aksumite Coinage (1995) und dem Catalogue of the Aksumite Coins in the British Museum (1999). Bald vertiefte Dr. Coffman sich in numismatische Auktionen und erwarb seine ersten Münzen. Hahn & Wests Sylloge of Aksumite Coins in the Ashmolean Museum (2016) gab seiner Leidenschaft den nächsten Anstoß, und Dr. Coffman machte sich nun an die Herkulesaufgabe, alle Lücken in seiner Sammlung zu schließen. Die Versteigerung verschiedener großer Sammlungen in internationalen Auktionen in den letzten Jahren ermöglichte es Dr. Coffman, die umfangreichste jemals zusammengetragene Privatsammlung axumitischer Münzen aufzubauen, welche aus insgesamt über 1300 Stücken besteht. Im Oktober und Dezember 2023 wird Sie von Leu Numismatik versteigert.

Eine Auswahl der 85 bedeutendsten Stücke aus der Sammlung Coffman – darunter viele große Raritäten der axumitischen Numismatik – wird von Leu in Auktion 14 angeboten.

Eine Auswahl der 85 bedeutendsten Stücke aus der Sammlung Coffman – darunter viele große Raritäten der axumitischen Numismatik – wird von Leu in Auktion 14 angeboten.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Sammlung Coffman kann kaum hoch genug eingeschätzt werden, was sich nicht zuletzt an der Tatsache zeigt, dass die große Mehrheit seiner Münzen in Hahn & Kecks neuestem Katalog axumitischer Münzen (Münzgeschichte der Axumiten-Könige in der Spätantike (2020)) zitiert wird, und viele seiner Stücke aufgrund ihrer hervorragenden Erhaltung da auch abgebildet wurden.

Dieser Artikel wurde zuerst in einem Auktionskatalog des Auktionshauses Leu Numismatik veröffentlicht.