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Zeichen der Identität: 500 Jahre Reformationsmedaillen

2021 fand in Wittenberg die die erste große Tagung zur Reformationsnumismatik statt. Nun präsentiert der Tagungsband unter dem Titel „Zeichen der Identität. 500 Jahre Reformationsmedaillen“ 18 Beiträge. Herausgegeben wurde der Band von Gerd Dethlefs und Stefan Rhein. Er erschien in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig und umfasst 448 Seiten.

Gerd Dethlefs, Stefan Rhein (Hrsg.), Zeichen der Identität: 500 Jahre Reformationsmedaillen. Evangelische Verlagsanstalt, 2024, 448 S. Hardcover, 17 x 24 cm. ISBN 978-3-374-07324-5. Preis: 134,00 EUR.

Gerd Dethlefs, Stefan Rhein (Hrsg.), Zeichen der Identität: 500 Jahre Reformationsmedaillen. Evangelische Verlagsanstalt, 2024, 448 S. Hardcover, 17 x 24 cm. ISBN 978-3-374-07324-5. Preis: 134,00 EUR.

Vor über 500 Jahren anlässlich des Wormser Reichstags 1521 wurde Martin Luther erstmals auf Medaillen porträtiert. Mit den ersten Medaillen beginnt eine vielfältige Wirkungsgeschichte, die bis heute anhält. Gerade zu den Reformationsjubiläen ab 1617 erschien und erscheint eine Vielzahl von Schaumünzen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Stiftung Luthergedenkstätten besitzt eine der größten numismatischen Sammlungen zur Reformation weltweit und hat ihre Bestände in dem großen Katalog „Reformatio in Nummis“ ausführlich in Text und Bild dokumentiert.

Vor diesem Hintergrund lag es nahe, 2021 in Wittenberg die erste große Tagung zur Reformationsnumismatik durchzuführen. Ziel war, die Münzen und Medaillen als eigene Quellengruppe nach ihren Traditionen, Funktionen und Wirkungen zu befragen und zwar mit interdisziplinärem Zugriff. Deshalb waren Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen-, Kultur,-Kunst-, Landes- und Regionalgeschichte eingeladen, um die Bilder und Texte auf den Münzen und Medaillen als Quellen der Geschichte der Reformation und ihrer Wirkungen zu entdecken und zu würdigen.

Am 30. April 2024 wurde der Tagungsband in Wittenberg präsentiert.

Am 30. April 2024 wurde der Tagungsband in Wittenberg präsentiert. Foto: Frederike Gutewort.

Der Tagungsband präsentiert unter dem Titel „Zeichen der Identität. 500 Jahre Reformationsmedaillen“ 18 Beiträge, die einen weiten Bogen von der Selbstinszenierung des Erasmus von Rotterdam durch die Ausgabe einer Porträtmedaille und dem berühmtesten Medailleur des 16. Jahrhunderts, Hans Reinhart d. Ä., über ikonografische Studien etwa zu den Motiven des Schwans und der Gans, von Gottes Wort oder des Lichts bis hin zu Medaillen als Mittel der Propaganda etwa im Dreißigjährigen Krieg oder im 1. Weltkrieg schlagen. Die moderne Kunstmedaille mit ihren Darstellungsmöglichkeiten reformatorischer Themen wird an den Künstlern Viktor Huster und dem Hallischen Medailleur Carsten Theumer, der 2023 den Deutschen Medailleurpreis erhielt, erläutert. Erstmals wird auch die Entwicklung der Luther-Medaillen in den USA vorgestellt. Die zahlreichen Abbildungen vermitteln einen eindrucksvollen Blick auf die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Thema der Reformation, ihrer Protagonisten und ihrer Theologie bietet. Durch die weite Verbreitung konnten die Münzen und Medaillen zu Werbemitteln für den eigenen Glauben, aber auch zu wichtigen Zeugnissen der konfessionellen Identität werden.

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