Schätzpreis: 20.000 CHFPoseidonia. Circa 530-500 v. Chr. AR Stater.LEU Numismatik Auktion 1510
Schätzpreis: 25.000 CHFDerrones. Circa 480-465 v. Chr. AR
Tetrastater oder Dodekadrachme.
LEU Numismatik Auktion 1540
Schätzpreis: 25.000 CHFIonia, Incert. Circa 650-600 v. Chr. EL Stater.LEU Numismatik Auktion 1593
Schätzpreis: 10.000 CHFTigranes der Jüngere. 77-66 v. Chr. AR Tetradrachme.LEU Numismatik Auktion 15128
Schätzpreis: 50.000 CHFBar Kokhba-Revolte. 132-135 v. Chr. AR
Sela oder Tetradrachme.
LEU Numismatik Auktion 15154
Schätzpreis: 20.000 CHFKyrene. Circa 450-435 v. Chr. AR Tetradrachme.LEU Numismatik Auktion 15166
Schätzpreis: 20.000 CHFApameia. Septimius Severus. 193-211 n. Chr. Pentassarion.LEU Numismatik Auktion 15189
Schätzpreis: 10.000 CHFHadrian. 117-138 n. Chr. AV Aureus.LEU Numismatik Auktion 15263
Schätzpreis: 15.000 CHFCommodus. 177-192 n. Chr. AE Medallion.LEU Numismatik Auktion 15273
Schätzpreis: 20.000 CHFLicinius I. 308-324 n. Chr. AV Solidus.LEU Numismatik Auktion 15304
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Ius in nummis – Die Sammlung Thomas Würtenberger

von Bernhard Weisser und Johannes Eberhardt

Am 25. Mai 2023 eröffnete das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz seine aktuelle Sonderausstellung „Ius in nummis“ im Bode-Museum auf der Museumsinsel.

Eröffnung der Ausstellung „Ius in nummis“ am 25. Mai 2023. Fotos: Franziska Vu.

Eröffnung der Ausstellung „Ius in nummis“ am 25. Mai 2023. Fotos: Franziska Vu.

Recht geht uns alle an. Es durchdringt nicht nur den Staat, sondern berührt und ordnet das Leben aller Menschen. Um zu Unrecht wenig beachtete Rechtsquellen geht es in der Ausstellung „Ius in nummis“. Am 27. Januar 2023 überließ der Freiburger Rechtswissenschaftler Professor Dr. Thomas Würtenberger dem Münzkabinett seine über 3.000 Medaillen umfassende Sammlung als Schenkung. Es handelt sich hierbei um den größten zusammenhängenden Bestand von Medaillen mit Bezügen zu Recht, Gerechtigkeit sowie Parlaments- und Verfassungsgeschichte Westeuropas in zunehmend globaler Perspektive.

Eröffnung der Ausstellung „Ius in nummis“ am 25. Mai 2023. Foto: Franziska Vu.

Eröffnung der Ausstellung „Ius in nummis“ am 25. Mai 2023. Foto: Franziska Vu.

Marianne Dietz: Thomas Würtenberger, 2022, Ius in nummis 3100, IKMK 18299575. Foto: Franziska Vu. Die bislang jüngste Kunstmedaille der Sammlung Würtenberger wurde 2022 geschaffen. Sie porträtiert den Schenker der Sammlung „Ius in nummis“ an das Münzkabinett.

Marianne Dietz: Thomas Würtenberger, 2022, Ius in nummis 3100, IKMK 18299575. Foto: Franziska Vu. Die bislang jüngste Kunstmedaille der Sammlung Würtenberger wurde 2022 geschaffen. Sie porträtiert den Schenker der Sammlung „Ius in nummis“ an das Münzkabinett.

Für die Rechtsarchäologie bietet die Medaille eine ergiebige Primärquelle. Das Münzkabinett hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Sammlung Würtenberger zu verwahren und zugänglich zu machen. Die seit 2020 laufende digitale Erfassung ist die Voraussetzung der ersten systematischen Erschließung dieses Kulturguts. Weiterführend geht es nicht zuletzt um die Erkenntnispotenziale numismatischer Quellen für die Rechtsgeschichte.

Abraham Abramson: Frieden von Amiens, 1802, Vorderseite, Ius in nummis 638, IKMK 18280293. Foto: Johannes Eberhardt. „Der Friede ruft die Gerechtigkeit wieder auf den Plan“ – Abraham Abramsons Medaille befindet sich inhaltlich und chronologisch in medias res der Sammlung „Ius in nummis“. Ein Berliner Medailleur bearbeitet europäische Themen in einer Zeit, kurz bevor der Code civil eingeführt wurde. Die Antike lebt auch in der Medaillenkunst weiter, während die Welt wie stets im Wandel ist.

Abraham Abramson: Frieden von Amiens, 1802, Vorderseite, Ius in nummis 638, IKMK 18280293. Foto: Johannes Eberhardt. „Der Friede ruft die Gerechtigkeit wieder auf den Plan“ – Abraham Abramsons Medaille befindet sich inhaltlich und chronologisch in medias res der Sammlung „Ius in nummis“. Ein Berliner Medailleur bearbeitet europäische Themen in einer Zeit, kurz bevor der Code civil eingeführt wurde. Die Antike lebt auch in der Medaillenkunst weiter, während die Welt wie stets im Wandel ist.

In der Weimarer Zeit hatte Guido Kisch (1889–1985) eine bedeutende Sammlung von Rechts- und Gerechtigkeitsmedaillen zusammengetragen, musste aber vor seiner Emigration in die USA den Verlust eines großen Teils seiner Sammlung erleiden. Er ist Verfasser des Standardwerks „Recht und Gerechtigkeit in der Medaillenkunst“ aus dem Jahr 1955. Seit 2007 befindet sich die nach dem Zweiten Weltkrieg neu zusammengetragene Sammlung Guido Kisch im Umfang von etwa 1.000 Objekten im Besitz der American Numismatic Society.

Ende der 1960er Jahre entschloss sich der Freiburger Strafrechtslehrer, Rechtsphilosoph und Kriminologe Professor Dr. Thomas Würtenberger (1907–1989), Medaillen mit rechtshistorischen Bezügen zu sammeln. Seine engen Kontakte zu seinem Baseler Kollegen Guido Kisch gaben den letzten Anstoß, eine Sammlung von Rechts- und Gerechtigkeitsmedaillen zu beginnen. In zahlreichen Begegnungen der beiden Fachkollegen entspannen sich anhand der Medaillen rechtshistorische Zwiegespräche.

Seit 1989 setzte Professor Dr. Thomas Würtenberger (geb. 1943) die Sammlung seines Vaters mit dem intensivierten Ziel einer Generalsammlung fort. In der Obhut des Münzkabinetts gilt es nun, dieses Erbe zu bewahren, zu erhalten und auszuwerten. Von der Sammlungsübergabe bis zum Ziel der digitalen Veröffentlichung mit Ausstellung und Begleitband werden im Münzkabinett seit 2020 von Kuratoren, Restaurator, Fotografen, studentischen sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern tausende Arbeitsstunden investiert. Zu den wichtigsten Ermöglichern zählt nicht zuletzt der Sammlungsschenker selbst.

Thomas Würtenberger erläutert seiner Familie die Sammlung „Ius in nummis“, deren letzte Stücke im Januar 2023 dem Münzkabinett übergeben wurden. Foto: Franziska Vu.

Thomas Würtenberger erläutert seiner Familie die Sammlung „Ius in nummis“, deren letzte Stücke im Januar 2023 dem Münzkabinett übergeben wurden. Foto: Franziska Vu.

 Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

Ansichten des Ausstellungsraums am Eröffnungstag von „Ius in nummis“. Foto: Franziska Vu.

In der weltweit ersten Ausstellung zu Recht und Gerechtigkeit in der Medaillenkunst stellt das Münzkabinett die Fragestellung der Sammlung vor. Über 170 Objekte bringen jeweils eigene Perspektiven auf Entstehung und Funktion von Rechts- und Verfassungsstaat im Medaillenrund auf den Punkt.

Neben dem Blick auf Geschichte und Zukunft der Sammlung werden Justitia und Juristen als abstrakte und konkrete Themen der Rechtsmedaillen vorgestellt. Perspektiven auf goldene Regeln und Sinnsprüche auf Medaillen geleiten hinüber zu Rechtspraktiken wie Gesetzgebung, Rechtsberatung/Rechtsdurchsetzung und Wahlen sowie Strukturen, etwa Gerichtsbarkeit und Parlamente. Internationalisierung von Rechtskultur im Medaillenrund bildet das Finale Thema dieses Ausstellungssegments.

Ein ereignisgeschichtlicher Gürtel aus drei Vitrinen im Zentrum des Ausstellungsraums präsentiert mit einem diachronen Block die Konstitutionalisierung Großbritanniens und erlaubt Blicke auf Rechtsstrukturen des Alte Reichs und des Ancien Régime. Abschließend können Besucher Beispiele aus der umfangreichen Welt der Medaillenquellen zur Verfassungsgeschichte Frankreichs und Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert erkunden.

Eine eigens für die Ausstellung ins Leben gerufene Edition des Berliner Medailleurkreises fragt „Wie lassen sich Fragen von Recht und Gerechtigkeit auf Medaillen im 21. Jahrhundert darstellen?“ und besonders „Was geht uns das Thema Recht heute an?“. Die Arbeiten berühren damit aktuelle Diskurse zu Recht und Gerechtigkeit.

Christian Rösner: Das Recht des Stärkeren…, 2023, IKMK 18304292. Foto: Franziska Vu. Kann es Gerechtigkeit geben, wenn die Stärke eines Gewaltmonopols zur Rechtsdurchsetzung gebraucht wird? Christian Rösner hinterfragt das „Recht des Stärkeren“, indem er durch die Verwendung eines Zitats von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach die vieldeutbare Vorderseitendarstellung mit einem weiteren komplexen Kontext verknüpft. Die Medaille inszeniert Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, indem sie verdeutlicht, dass Macht mit Verantwortung einhergeht.

Christian Rösner: Das Recht des Stärkeren…, 2023, IKMK 18304292. Foto: Franziska Vu. Kann es Gerechtigkeit geben, wenn die Stärke eines Gewaltmonopols zur Rechtsdurchsetzung gebraucht wird? Christian Rösner hinterfragt das „Recht des Stärkeren“, indem er durch die Verwendung eines Zitats von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach die vieldeutbare Vorderseitendarstellung mit einem weiteren komplexen Kontext verknüpft. Die Medaille inszeniert Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, indem sie verdeutlicht, dass Macht mit Verantwortung einhergeht.

Marianne Dietz: 1,5° Recht auf Zukunft, 2022, IKMK 18304291. Foto: Franziska Vu. Der Rechtsstaat ermöglicht durch für alle gleich geltende Regeln Protest und bei Bedarf transparente Reaktionen und Sanktionen. Er schützt vor Willkür und strebt gesellschaftlichen Konsens an. Marianne Dietz schuf diese Medaille, um ein aktuelles gesellschaftliches Phänomen im unvergänglichen Kleinrelief festzuhalten. Mit dem scherzhaft gebrauchten bis abwertenden Begriff „Klimakleber“ werden im öffentlichen Diskurs Aktivisten bezeichnet, deren Protest durch Blockaden von Straßen mittels der Befestigung ihrer Handflächen am Asphalt begleitet werden.

Marianne Dietz: 1,5° Recht auf Zukunft, 2022, IKMK 18304291. Foto: Franziska Vu. Der Rechtsstaat ermöglicht durch für alle gleich geltende Regeln Protest und bei Bedarf transparente Reaktionen und Sanktionen. Er schützt vor Willkür und strebt gesellschaftlichen Konsens an. Marianne Dietz schuf diese Medaille, um ein aktuelles gesellschaftliches Phänomen im unvergänglichen Kleinrelief festzuhalten. Mit dem scherzhaft gebrauchten bis abwertenden Begriff „Klimakleber“ werden im öffentlichen Diskurs Aktivisten bezeichnet, deren Protest durch Blockaden von Straßen mittels der Befestigung ihrer Handflächen am Asphalt begleitet werden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. April 2024 zu sehen. Ein vertiefender Begleitband ist in Vorbereitung. Die Ausstellung wird gefördert von der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin e.V.

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