Schätzpreis: 7.500 EURFrankreich / Napoleon.
Goldmedaille, auf die Vermählung mit
Maria Louise von Österreich.
Vorzüglich.
274
Schätzpreis: 10.000 EURRussland.
Michael Feodorowitsch, 1613-1645.
4 Dukaten o. J., St. Petersburg. Novodel.
Äußerst selten.
Vorzüglich bis Stempelglanz.
321
Schätzpreis: 20.000 EURRussland.
Elisabeth I., 1741-1761.
10 Rubel 1757, St. Petersburg.
Sehr selten.
Fast vorzüglich.
342
Schätzpreis: 30.000 EURBrandenburg-Ansbach.
Georg Friedrich "der Jüngere", 1692-1703.
Taler 1694, Schwabach.
Mit Randschrift.
Äußerst selten.
NGC AU55. Gutes vorzüglich.
899
Schätzpreis: 30.000 EURBrandenburg-Bayreuth.
Georg Wilhelm, 1712-1726.
Taler 1712, auf den Regierungsantritt.
Äußerst selten.
NGC MS64. Stempelglanz.
951
Schätzpreis: 30.000 EURHamburg.
Bankportugalöser zu 10 Dukaten 1667.
Äußerst selten.
Vorzüglich.
1032
Schätzpreis: 50.000 EURWürzburg.
Philipp Adolph von Ehrenberg, 1623-1631.
Goldgulden, 1626.
Äußerst selten.
NGC MS62. Stempelglanz.
1488
Schätzpreis: 50.000 EURWürzburg.
Johann Philipp von Greiffenklau zu Vollraths, 1699-1719.
5 Dukaten 1702.
Äußerst selten.
NGC MS63. Prägefrisch.
1494
Schätzpreis: 6.500 EURDeutsches Kaiserreich / Württemberg.
5 Mark 1875.
In dieser Erhaltung äußerst selten.
Polierte Platte.
1806
Schätzpreis: 17.500 EURDeutsches Kaiserreich / Mecklenburg-Strelitz.
20 Mark 1873.
In dieser Erhaltung äußerst selten.
Fast Stempelglanz.
1860
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Ehrengrab für die Frau auf den 50-Pfennig-Münzen

von Sebastian Wieschowski

Wer ist die meistgeprägte Frau auf Münzen? Während die britische Königin Elisabeth II. diesen Titel wohl für immer behalten wird, taucht in einem Ranking der häufigsten Frauen-Bildnisse auf Münzen auch eine Frau aus Deutschland auf: Gerda Johanna Werner war auf den 50-Pfennig-Münzen zwischen 1949 und 2001 zu sehen – weit über zwei Milliarden Stück wurden von der Kleinmünze geprägt. Man könnte sie also wohl mit Fug und Recht als die meistgeprägte Frau aus Deutschland bezeichnen – und wohl auch als die meistgeprägte Deutsche überhaupt, denn keine der anderen Umlaufmünzen aus der Epoche der Deutschen Mark mit Max Planck, Konrad Adenauer, Theodor Heuss, Kurt Schumacher, Ludwig Erhard, Franz Josef Strauß oder Willy Brandt erreichte eine so hohe Gesamtauflage. Doch während diese Herren in die Geschichte eingingen, geriet die Rekordhalterin nach ihrem Tod im Jahr 2004 in Vergessenheit – und soll 20 Jahre später eine besondere Ehre erhalten.

Ein Jahrhundert-Motiv: Die Frau mit Setzling als Sinnbild für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Foto im Hintergrund: Deutsche Fotothek‎ unter einer Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz / Münze: Wieschowski.

Ein Jahrhundert-Motiv: Die Frau mit Setzling als Sinnbild für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Foto im Hintergrund: Deutsche Fotothek‎ unter einer Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz / Münze: Wieschowski.

In diesem Jahr läuft die 20-jährige gesetzliche Ruhezeit für die Verstorbene ab. Und in ihrer Heimatstadt Oberursel hat die Diskussion über die Zukunft ihres Grabes auf dem Alten Friedhof begonnen – allerdings wurden die Lokalpolitiker eher durch Zufall auf die Personalie aufmerksam: Der Ortsbeirat tagte Anfang März 2024, um eine Liste von Gräbern zu besprechen, die bald geräumt werden sollen. Dabei kam auch der Name „Gerda Werner“ zur Sprache und mehrere Volksvertreter schlugen vor, das Grab als „Ehrengrab“ zu erhalten. Nach der Friedhofssatzung können Gräber aus bestimmten Gründen von der Räumung ausgeschlossen werden.

Die Ortsbeirätin Gabriele Röpke (SPD) argumentierte, dass Gerda Jo Werner eine solche Ehre verdient habe, da sie Oberursel weit über seine Grenzen hinaus repräsentiert habe. Diese Ansicht fand Unterstützung bei Michael Reuter (CDU), der darauf hinwies, dass das 50-Pfennig-Stück eines der bekanntesten und meistgeprägten Geldstücke Deutschlands war, mit über zwei Milliarden Exemplaren im Umlauf.

Die Abbildung von Gerda Jo Werner auf der Münze war nicht nur äußerst beliebt, sondern auch symbolträchtig. Als einzige Frau und dazu noch als Oberurselerin zierte sie die Rückseite des 50-Pfennig-Stücks, das als das volkstümlichste der deutschen DM-Münzen galt. Richard Martin Werner, Gerda Werners Ehemann, schuf das Bild seiner Frau nach der Währungsreform im Jahr 1949. Er nahm an einem Gestaltungswettbewerb teil, der das Thema „Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg“ behandelte und entschied sich für die Symbolik einer Baumpflanzung. Die schlichte Darstellung seiner schwangeren Frau, die er der Einfachheit halber anhand einer Aktzeichnung schuf, sollte den „Trümmerfrauen“ gewidmet sein, die maßgeblich zum Wiederaufbau Deutschlands beigetragen hatten.

Obwohl Gerda Johanna Werner nach ihrem Tod 2004 bekannter wurde, vor allem durch Interviews im Fernsehen, lebte sie ihr Leben eher im Verborgenen. Ihr Mann starb kurz nach der Prägung der ersten Münzen mit ihrem Abbild, und es wird vermutet, dass er nie eine davon in den Händen hielt. Dennoch bleibt ihr Vermächtnis lebendig, und die Diskussion über die Bewahrung ihres Grabes als Ehrengrab zeigt die Wertschätzung, die ihr auch posthum entgegengebracht wird – und dank der fraktionsübergreifenden Zustimmung im Ortsbeirat dürfte es für die Erinnerung an Gerda Johanna Werner auch künftig einen passenden Ort geben.

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