Vorsicht vor gefälschten Gold- und Silbermünzen Made in China

Auf der Suche nach Gold und Silber reagierte „Oliver“, ein Anleger aus Texas, auf Facebook-Anzeigen von zwei Unternehmen, die mit außergewöhnlich niedrigen „Einführungspreisen“ für Silber- und Goldmünzen warben. Er zahlte 1.000 US-Dollar und versucht nun, sein Geld zurückzubekommen, weil die „Goldmünze“ und alle 50 „Silbermünzen“, die er erhielt, laut der gemeinnützigen Anti-Counterfeiting Educational Foundation offenbar Fälschungen aus China sind. „Ich hatte schon den Verdacht, dass sie nicht echt sein könnten, als ich die Sendungsverfolgung meiner Bestellung auf Chinesisch bekam“, sagte Oliver. „Das war ein Warnsignal. Außerdem sah ich online dieselbe Werbung mit demselben Format und denselben Preisen, aber mit anderen Firmennamen. Als ich dann die bestellte Ware erhielt, dachte ich, ich sei betrogen worden.“

Zu dem Zeitpunkt, als er seine Bestellung aufgab, hätte ein American Gold Eagle zu 1 Unze der United States Mint etwa 1.950 US-Dollar gekostet. „Oliver“ zahlte 499 US-Dollar, erhielt aber eine Fälschung. Jede der von ihm bestellten 50 Ein-Unzen-Münzen des American Silver Eagle hätte etwa 40 US-Dollar kosten sollen, insgesamt also etwa 2.000 US-Dollar für 50 echte Exemplare. Oliver zahlte 499,98 US-Dollar für 50 Stück, erhielt aber nur Fälschungen.

Inzwischen arbeitet er mit seinen Kreditkartenunternehmen zusammen, um die Abbuchungen für seine beiden Einkäufe rückgängig zu machen, und unterstützt die Anti-Counterfeiting Educational Foundation (ACEF) dabei, die Ermittler und die Öffentlichkeit zu warnen.

Die gefälschten Bullionmünzen, die an den texanischen Anleger geschickt wurden.

„Chinesische Fälscher verkaufen im Internet gefälschte Silber- und Goldmünzen, die auf den ersten Blick wie echte Münzen aussehen, es aber nicht sind. Wir haben auf vielen Plattformen, einschließlich Amazon und Facebook, verdächtige Anzeigen gesehen mit Links zu den Webseiten der Betrüger“, warnte Doug Davis, Leiter von ACEF.

„Die Fälscher und ihre Komplizen vermarkten die Fälschungen in großem Umfang über die sozialen Medien und Online-Webseiten von „Münzhändlern“. Wir beobachten derzeit mehr als 300 Webseiten, auf denen Fälschungen verkauft werden. Viele von ihnen werden offenbar von denselben Personen oder Unternehmen betrieben, allerdings oft unter verschiedenen Firmennamen. Einige kopieren sogar den genauen Text und die Fotos von den Webseiten echter Händler“, erklärte Davis, ein ehemaliger Polizeichef aus Texas.

„Wenn Sie sich nicht mit Edelmetallen oder seltenen Münzen auskennen, sollten Sie sich an einen seriösen Verkäufer wenden, z. B. an Experten, die dem Accredited Precious Metals Dealer program oder der Professional Numismatists Guild angehören“, rät Davis. Die Mitglieder der PNG und der APMD müssen sich beim Kauf und Verkauf von numismatischen Produkten an einen strengen Ethikkodex halten.

Die ACEF hat den US Secret Service über die Fälschungen informiert im Rahmen der andauernden Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwälten bei der Bekämpfung von Fälschungen und dem Verkauf gefälschter Münzen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Anti-Counterfeiting Educational Foundation.

ACEF erläuterte die Anatomie betrügerischer Facebook-Popup-Werbungen.

Der ACEF hat bereits früher berichtet, dass die COVID-19-Pandemie eine enorme Nachfrage und ein begrenztes Angebot an Bullionmünzen verursacht, was zu einer Zunahme von betrügerischen Aktivitäten und der Verbreitung von Fälschungen führt.

Und jetzt hat die deutsche Polizei die Fälscher der Goldmünzen „Canadian Maple Leaf“ festgenommen.

Betrügerische Angebote gibt es auch im deutschsprachigen Raum. Hier berichteten wir über einen Vorfall und gaben Empfehlungen ab, wo Sie beruhigt Münzen und Anlageprodukte kaufen können.