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WM-Münzen 2026: Amerikanischer Verband kritisiert FIFA

In einem neuen Bericht kritisiert ein amerikanischer Verband der Münzindustrie eine Gesetzesvorlage zu den kommenden WM-Münzen – und liefert so einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer Münzausgabe für ein großes Sportevent. Es folgt die übersetzte Pressemeldung.

2026 soll die nächste Fußball-WM gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen werden. Hier eine der Dollar-Münzen, die auf die letzte WM in den USA 1994 herausgegeben wurden. Bild: US-Mint. Im Hintergrund das Giants-Stadion in New Jersey, einer der damaligen Austragungsorte. Foto: JazzyJoeyD / CC BY-SA 4.0.

2026 soll die nächste Fußball-WM gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen werden. Hier eine der Dollar-Münzen, die auf die letzte WM in den USA 1994 herausgegeben wurden. Bild: US-Mint. Im Hintergrund das Giants-Stadion in New Jersey, einer der damaligen Austragungsorte. Foto: JazzyJoeyD / CC BY-SA 4.0.

Das Numismatic Industry Coinage Advisory Committee (NICAC), ein Sonderausschuss der National Coin & Bullion Association, hat einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel „NICAC’s Concerns Regarding Pending Legislation for a 2026 World Cup Commemorative Coin.“ Darin äußert der Ausschuss Bedenken bezüglich der Gesetzesvorlage zur Autorisierung der Münzprägung anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

„Vor 18 Monaten forderte NICAC den Kongress auf, ein Münzausgabe-Programm zu verabschieden, das die Rolle unseres Landes als einer von drei Gastgebern der Weltmeisterschaft 2026 würdigt“, so Philip Diehl, Vorsitzender des NICAC. „Leider hat sich die FIFA entschieden, ihre eigenen Ideen zu verfolgen, und das Ergebnis ist zutiefst fehlerhaft.“

Die Gewinne aus dem Verkauf der Münzen würden an FWC2026 US, Inc. ausgezahlt, eine sich vollständig im Besitz der FIFA befindliche Tochtergesellschaft, die die Weltmeisterschaft organisiert. FWC2026 US, Inc. könnte aus dem Münz-Programm weit über 12 Millionen US-Dollar erhalten, was dem Zehnfachen ihres Umsatzes von 2022 entspricht.

Im Bericht des NICAC werden mehrere Bedenken gegen das Gesetzesvorhaben geäußert:

  • Während die Gesetzentwürfe suggerieren, dass die Gewinne aus dem Münzverkauf an Programme zugunsten der „innerstädtische Jugend“ gehen, könnten die Gelder tatsächlich für jedes in den USA ansässige Fußballprogramm verwendet werden, einschließlich des Baus einer neuen Zentrale und/oder eines nationalen Trainingszentrums für die U.S. Soccer Federation, der Förderung von Nationalmannschaften und der Erweiterung des Schiedsrichterpools.
  • Aus den Gesetzentwürfen geht nicht klar hervor, ob die Gewinne mit Canada Soccer und der Federación Mexicana de Fútbol geteilt werden. Unabhängig davon verlangen die Gesetzentwürfe keine Reziprozität bei der Gewinnbeteiligung der Gedenkmünzprogramme der anderen beiden Gastgeberländer.
  • Die FIFA unterhält eine langjährige Partnerschaft mit einem internationalen numismatischen Unternehmen, mit dem sie ihre Einnahmen teilt. Die Gesetzentwürfe würden diesem europäischen Unternehmen ermöglichen, Münzen in großen Mengen zu einem ermäßigten Preis zu kaufen und sie an Weltmeisterschaftsfans und Münzsammler im Ausland zu verkaufen, wodurch der US-Markt benachteiligt würde.
  • Laut Gesetzentwurf könnten die durch die Gesetzesvorlage festgelegten Prägezahlen jederzeit von der Finanzministerin auf Grundlage von Marktforschungen, die die FIFA durchführen würde, erhöht werden. Sammler schätzen Seltenheit und betrachten spätere Änderungen der festgelegten Prägezahlen als eine Form von Lockvogeltaktik.

NICAC fordert den Kongress auf, mit der FIFA und dem Ausschuss zusammenzuarbeiten, um diese Bedenken auszuräumen.

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