Stadt Byzantion.
Stater (250 – 1. Jahrhundert v. Chr.).
Erhaltung: vz+


Matidia.
Denar (112 n. Chr.), Rom.
Erhaltung: sehr selten, ss/ss+

Julian II.
Apostata als Caesar.
Solidus (355-357 n. Chr.), Rom.
Erhaltung: Prägefrisch

Die Münzdesignerinnen der Swissmint
Eine uralte Männerdomäne erhält ein weiblicheres Gesicht: Immer mehr Münzdesigns werden heute von Frauen geschaffen. Wir stellen Ihnen stellvertretend Fabia Lyrenmann und Anouk Röthlisberger vor, die seit 2024 und 2025 für das Münzdesign der Swissmint verantwortlich zeichnen.
von Ursula Kampmann
Inhalt

Anouk Röthlisberger (l.) und Fabia Lyrenmann (r.) – Frauen wie sie sind eine Bereicherung für die staatlichen Münzstätten. Foto: Swissmint
Jakob Stampfer, Antoine Bovy, Fritz Landry, um nur die bekanntesten Schweizer Medailleure zu nennen: Sie alle würden sich freuen über die kreativen Designs, die in den letzten Jahren die Schweizerische Numismatik bereichert haben. Sie hätten es sich wohl nicht träumen lassen, dass heute immer öfter Frauen hinter den Entwürfen stehen. Denn das Münzdesign ist deutlich weiblicher geworden. Ob man sich mit den jungen Künstlerinnen in der Design-Abteilung der Münze Österreich unterhält, mit den Studentinnen der italienischen Scuola dell’Arte della Medaglia oder mit Fabia Lyrenmann und Anouk Röthlisberger: Wenn es ums Münzdesign geht, kommt heute keiner mehr an den kreativen Münzdesignerinnen vorbei!
Anouk Röthlisberger
Als Anouk Röthlisberger im Jahr 1993 geboren wurde, begnügte sich die Swissmint noch mit einer einzigen(!) Gedenkmünze im Jahr, auf der – wie unglaublich kreativ! – der Kopf eines Mannes zu sehen war. Das hat sich gründlich geändert. 2024, in dem Jahr, in dem Frau Röthlisberger das Team der Swissmint ergänzte, entstanden im Gedenkmünzensektor sechs Münzen, darunter eine Bimetallmünze, drei 20-Franken-Sammlermünzen in Silber, eine 25- und eine 50-Franken Goldmünze – alle übrigens von Männern designt.
Frau Röthlisberger ist im Berner Oberland aufgewachsen und hat an der Schule für Gestaltung Bern & Biel studiert. Sie spricht perfekt Deutsch und Französisch, ist also in zwei Sprachkulturen des Landes zu Hause. Nach zehn Jahren Tätigkeit für diverse Kreativ-Agenturen in Zürich und Bern, freut sich Anouk Röthlisberger über ihre vielseitige Aufgabe in der Swissmint.
Fabia Lyrenmann
Fabia Lyrenmann, 1997 in Bern geboren und aufgewachsen, hat ebenfalls die Schule für Gestaltung Bern & Biel besucht, ehe sie ihren Bachelor in Graphic Design an der Hochschule Luzern Design & Kunst machte. Danach arbeitete sie erst in der Grafikabteilung eines Zürcher Museums und dann in einer Kaffeebrennerei in Bern, ehe sie im Juni 2025 Münzdesignerin bei der Swissmint wurde. Wobei sie zum Ausgleich nebenbei immer noch selbstständig private Grafik-Aufträge übernimmt.
Warum spezialisiert man sich auf Münzdesign?
Als ich Fabia Lyrenmann diese Frage stelle, kann sie nur schmunzeln: “ Warum nicht? Es ist eine Herausforderung, eine Nische, ich lerne viel und jedes Projekt zeigt mir etwas Neues. Sei dies im Designprozess selbst, in der technischen Umsetzung oder durch das Endprodukt der Münze. Ich kann viel lernen, und Lernen macht Spaß und bringt mich im Job weiter. Ich finde es spannend, einen Beruf auszuüben, bei welchem ich vor einiger Zeit nicht einmal wusste, dass er existiert. Und, es ist ja auch einfach cool zu sagen, dass man Münzen designt – oder? Etwas zu gestalten, was bleibt, was verschenkt wird, oder in x Jahren immer noch bei den Menschen zu Hause angeschaut wird, ehrt mich. Es macht mir Freude, die große Bandbreite eines Themas auf die kleine Fläche einer Münze bringen zu können.“
Anouk Röthlisberger sieht es ähnlich: „Ich übe einen Beruf aus, von dem ich vor 2024 noch nie gehört hatte. Als ich per Zufall die ausgeschriebene Stelle sah, war mein Interesse geweckt. So etwas hatte ich noch nie gehört. Wer kann schon von sich behaupten, Geld zu gestalten? Ich finde es schön, etwas zu machen, was die Menschen (fast) täglich nutzen. Ich liebe die Herausforderung, auf einem Durchmesser von 2-3 Zentimetern eine Geschichte zu erzählen, die Menschen berührt.“
Woher bezieht eine Münzdesignerin ihre Inspiration?
Anouk Röthlisberger liebt es zu reisen. Sie sagt: „Ich lasse mich von den unterschiedlichen Formen und Farben an meinen Reisezielen inspirieren. Mich faszinieren dabei vor allem die winzigen Details, die auch auf einer Münze dargestellt werden können. Außerdem liebe ich die Natur. Ich entdecke gerne Neues in dem, was ich eigentlich zu kennen glaube.“
Fabia Lyrenmann führt aus: „Ich liebe es, alle Aspekte eines Themas zusammenzutragen, um dadurch zu immer neuen Gedankengängen und Bildzusammenstellungen zu gelangen. Das braucht aber Zeit. Ich muss ein Thema mit mir herumtragen, um mir immer wieder Gedanken darüber zu machen. Dabei stelle ich mir ständig die Fragen: Was würde mir selbst gefallen? Was ist das Beste für unser Zielpublikum? Wie schaffe ich es, dass der Betrachter aus meinem Design etwas mitnimmt, im besten Fall sogar lernt?“

Die 20 Franken Sammlermünze der Swissmint zum Thema „Pioniere der Schweizer Luftfahrt“ erhielt Anfang des Jahres den 3. Preis des WMF Awards. Foto: Swissmint
Schweizer Gedenkmünzen von Anouk Röthlisberger
Anouk Röthlisberger hat bisher die folgenden Gedenkmünzen geschaffen: Wertseite Cern, 150 Jahre Bundesgericht, Jean Tinguely, Pioniere der Schweizer Luftfahrt – für die sie übrigens den 3. Preis beim WMF Award erhalten hat -, Lago Maggiore, Lago di Lugano, Lac Léman. Ihre aktuelle Münze – Vier Jahreszeiten / Sommer – erscheint am 11. Juni 2026; die Ausgabe der nächsten Münze 125 Jahre Aero-Club ist für den Herbst 2026 geplant.

Die anlässlich der World Money Fair 2026 verkaufte Medaille der Swissmint war innert kürzester Zeit ausverkauft. Foto: Swissmint
Schweizer Gedenkmünzen von Fabia Lyrenmann
Von Fabia Lyrenmann stammt die Medaille, die im Rahmen der World Money Fair 2026 verkauft wurde, die Bimetallmünze „Tier des Jahres: der Igel“ und die Gedenkmünze „European Space Agency ESA“, die am 11. Juni 2026 erscheint.
Wir freuen uns auf alles, was wir von diesen beiden talentierten Münzdesignerinnen in den kommenden Jahren zu sehen werden.
Was eine Münzdesignerin genau macht, das erfahren Sie in diesem Beitrag der Rubrik Gut zu Wissen.















