60Sizilien.
Syrakus.
Dekadrachme 400-390 v. Chr.
Schätzpreis: 30.000 CHF

137Epeiros.
Ambrakia.
Stater 480-456 v. Chr.
Schätzpreis: 25.000 CHF

150Athen.
Dekadrachme 469/5-460 v. Chr.
Schätzpreis: 200.000 CHF

180Mysien.
Lampsakos.
Stater 350 v. Chr.
Schätzpreis: 35.000 CHF

301Römische Republik.
Brutus.
EID MAR
Denar 42 v. Chr.
Schätzpreis: 250.000 CHF

497Römische Kaiserzeit.
Konstantin I.
Solidus 324
Schätzpreis: 10.000 CHF

569Umayyaden.
Ibrhaim ibn al-Walid.
Dinar 744/5
Schätzpreis: 7.500 CHF

576RDR.
Karl VI.
Probe Poltura 1721
Schätzpreis: 1.500 CHF

593England.
Edward III.
Noble d'Or 1363-69
Schätzpreis: 3.500 CHF

649Hessen.
Wilhelm I.
Piefort Pilgergroschen 1492
Schätzpreis: 35.000 CHF
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Was ist ein Jefimok?

Gegenstempel auf Münzen sind ein in der Numismatik weit verbreitetes Phänomen. Wenn es um eine russische Münzen mit Gegenstempel geht, spricht man von einem Jefimok. Warum?

von Ursula Kampmann

Inhalt

Ein Jefimok – Plural: Jefimiki – ist eine Münze im Talergewicht, die von den russischen Behörden mit einem Gegenstempel für den Umlauf in Russland kursfähig gemacht wurde.

Woher kommt der Begriff Jefimok?

Der russische Begriff ist eine phonetische Anpassung des tschechischen Namens eines der wichtigsten Orte für die Talererzeugung. Aus Jáchymov (für Joachimsthal) wurde Jefimok. Dieser Begriff datiert, wie Reisebeschreibungen bezeugen, ins 17. Jahrhundert zurück.

Was bedeutet Jefimok?

Nannte man in Russland früher jede westeuropäische Münze, die hinsichtlich Gewicht und Feingehalt dem Taler entspricht, Jefimok, nutzen Numismatiker den Begriff ausschließlich für die Taler, die unter Zar Alexej Michailowitsch in den Jahren 1754 bis 1755 mit zwei Gegenstempeln versehen wurden. Durch diese zwei Gegenstempel konnten ausländische Taler im ganzen Land zu einem Gegenwert von 64 Kopeken kursieren.

Russland. Alexius Michailowitsch, 1645-1676. Jefimok 1655, überprägt auf einem Taler aus Nürnberg von 1628. Äußerst selten. Sehr schön. Taxe: 3.500 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 323. Foto: Lübke & Wiedemann

Russland. Alexius Michailowitsch, 1645-1676. Jefimok 1655, überprägt auf einem Taler aus Nürnberg von 1628. Äußerst selten. Sehr schön. Taxe: 3.500 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 323. Foto: Lübke & Wiedemann

Das Bild des runden Gegenstempels entspricht dem, das für Kopeken genutzt wurde. Es zeigt einen Reiter mit Speer, der einen Drachen ersticht. Ob es sich bei diesem Reiter um den hl. Georg oder den Zaren handelt, ist müßig zu diskutieren. Denn die enge Assoziation des russischen Herrschers mit dem Schutzheiligen des Landes war erwünscht.

Meist über dem Kopf des Reiters erscheint eine rechteckige Punze mit der Jahreszahl 1655.

Der historische Hintergrund der Jefimki

Heute ist Russland wegen der sibirischen Bodenschätze der weltweit siebtgrößte Produzent von Silber. Das war unter Alexius Michailowitsch anders. Denn erst Peter der Große begann damit, systematisch im Donezk- und Altai-Gebirge nach Silber zu suchen. Vor ihm war das Land auf Silberimporte aus Westeuropa angewiesen. Diese kamen vor allem in Form von Talern als Zahlung für Pelze, Wachs und Holz ins Land. Ein Ausländer erhielt für seinen Taler einen Gegenwert von 36 bis 36,5 silbernen Kopeken.

1654 brach der russisch-polnische Krieg aus und leerte die sowieso schon klamme Staatskasse in einem atemberaubenden Tempo. Kreative Maßnahmen zur Geldschöpfung waren angesagt. Zunächst wurde beschlossen, die Kopeken statt in Silber in Kupfer ausprägen zu lassen. Theoretisch waren kupferne und silberne Kopeken gleich viel wert. Allerdings zahlte der Staat in Kupfer und kassierte die Steuern in Silber.

Als neue Großmünze entstanden die Jefimkis. Zunächst versuchte die russische Behörde, die Taler mit ihren Stempeln zu überprägen. Als sich das als zu aufwändig und langwierig entpuppte, ging man 1655 dazu über, lediglich zwei Gegenstempel aufzubringen, mit denen ein Taler plötzlich einen Nennwert von 64 Kopeken hatte. Ein gutes Geschäft für die Staatskasse!

Der Moskauer Kupferaufstand. Historistisches Gemälde von Ernest Lissner aus dem Jahr 1938

Der Moskauer Kupferaufstand. Historistisches Gemälde von Ernest Lissner aus dem Jahr 1938

Bereits 1659 wurden die Jefimki aus dem Verkehr gezogen. Zu dem Zeitpunkt hatten die neuen kupfernen Kopeken bereits dramatisch an Wert verloren. Geldwechsler berechneten für eine silberne 6 bis 8 kupferne Kopeken. 1662 hatte die Inflation derart zugenommen, so viel Hunger und Elend unter der städtischen Bevölkerung bewirkt, dass es zum Aufstand kam. Dass die Bürger genau verstanden, dass es der Staat war, der durch seine Münzmanipulationen für ihr Elend gesorgt hatte, bezeugen Flugblätter. In ihnen werden hohe und höchste Politiker der Geldfälscherei bezichtigt.

Spätere Historiker gaben dem Aufstand den Namen Kupferaufstand – медный бунт. Dieser Begriff ist in Russland zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem jede Währungskrise, Inflation oder Geldentwertung bezeichnet wird, ganz gleich ob Kupfermünzen daran beteiligt sind oder nicht.

Russland. Alexius Michailowitsch, 1645-1676. Jefimok 1655, überprägt auf einem Taler aus Utrecht von 1653. Sehr selten. Sehr schön. Taxe: 2.200 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 322. Foto: Lübke & Wiedemann

Russland. Alexius Michailowitsch, 1645-1676. Jefimok 1655, überprägt auf einem Taler aus Utrecht von 1653. Sehr selten. Sehr schön. Taxe: 2.200 Euro. Aus Auktion Heidelberger Münzhandlung 92 (12./13. Mai 2026), Nr. 322. Foto: Lübke & Wiedemann

Was ist ein Jefimok heute wert?

Natürlich kann man auf so eine pauschale Frage keine pauschale Antwort geben. Sehen wir uns also zwei Einzelfälle an. Unser Titelbild ist der kommenden Auktion der Heidelberger Münzhandlung entnommen. Sie findet am 12. und 13. Mai 2026 statt und enthält eine hübsche Serie russischer Raritäten, darunter zwei Jefimki.

Der oben gezeigte Jefimok auf einem Nürnberger Taler des Jahres 1628 ist mit 3.500 Euro geschätzt. Der hier gezeigte Jefimok auf einem Utrechter Taler startet mit 2.200 Euro. Wir müssen darauf warten, was der Markt bereit ist, für diese beiden Stücke zu zahlen.

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