AK 112 Los 132Ägypten,
König Ptolemaios II. und Königin Arsinoe II.
AV Tetradrachme (282-272 v. Chr.).
Erhaltung: ss+.
Video-Highlight: Jetzt anschauen!
Schätzpreis: 2.500 EUR

AK 113 Los 299Noten der Bank Deutscher Länder.
50 Deutsche Mark o.D. ( 1948-1949) "Liberty".
Erhaltung: extrem selten, I.
Schätzpreis: 9.000 EUR

AK 112 Los 5Gallia Belgica,
AV Stater (1. Jh. v. Chr.).
Treveri, sog. Augenstater.
Erhaltung: ss.
Schätzpreis: 2.900 EUR

AK 112 Los 296Römische Republik,
Julius Caesar.
AR Denar (44 v. Chr.), Rom.
Erhaltung: sehr selten, schöne Patina, ss.
Schätzpreis: 2.500 EUR

AK 112 Los 1427Italien/Toskana,
Leopold I. von Habsburg-Lothringen (1765-1790).
Francescone 1772, Florenz.
Erhaltung: Prachtex., sehr selten i. d. Erh., ss/vz.
Schätzpreis: 1.850 EUR

AK 112 Los 1632Vereinigte Staaten von Amerika.
50 Cents 1951, Philadelphia.
Erhaltung: PCGS MS 67 FBL.
Schätzpreis: 1.500 EUR

AK 112 Los 2512Bayern.
3 Mark 1918 "Bayernhochzeit".
Erhaltung: st.
Video-Highlight: Jetzt anschauen!
Schätzpreis: 39.000 EUR

AK 113 Los 66Polen, Herzogtum Warschau.
1 Talar 1. Dezember 1810.
Erhaltung: III-IV.
Schätzpreis: 1.500 EUR

AK 113 Los 198Deutsches Reich.
1 Milliarde Mark 15.12.1922.
Geldscheine der Inflation,
in der Literatur unbekannt.
Erhaltung: RRR, I.
Schätzpreis: 800 EUR

AK 113 Los 474Deutsche Auslandsbanken,
Deutsch-Asiatische Bank.
10 Tael 1.3.1907, Tientsin.
DRUCKPROBE.
Erhaltung: sehr selten, restauriert.
Schätzpreis: 2.000 EUR
alle Beiträge Münzen, Medaillen und mehr

Herzog Albrecht V., Kaiser Ludwig der Bayer und die Habsburger

Am 18. und 19. November 2026 versteigert NAC einen weiteren Teil der Traveller Collection. Wir stellen Ihnen ein ganz besonderes Stück daraus vor, ein Donativ zu 25 Dukaten, das Herzog von Bayern prägen ließ. Es ist nicht nur wegen seiner Schätzung von 150.000 CHF bemerkenswert, sondern weil es einen Herrscher erwähnt, der zum Zeitpunkt der Prägung bereits zwei Jahrhunderte tot war. Wir erklären, warum.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Am 4. Juli 1546 heiratete der Wittelsbacher Albrecht V. von Bayern Anna von Österreich, zweitälteste Tochter Ferdinands I., zu diesem Zeitpunkt Herrscher über die Habsburger Erblande und König des Heiligen Römischen Reichs. Damit wurde ein latenter Streit zwischen Wittelsbach und Habsburg vorerst beigelegt. Während die Wittelsbacher versuchten, ihre Macht zu vergrößern, ohne die Habsburger zu brüskieren, sahen sich die Habsburger mehr und mehr auf die Wittelsbacher angewiesen: Am selben Tag, an dem Albrecht V. und Anna heirateten, beschlossen die Anführer des Schmalkaldischen Bundes gegen den Kaiser in den Krieg zu ziehen.

Das Donativ, das bei Numismatica Ars Classica in der Traveller Collection mit einer Schätzung von 150.000 Euro angeboten wird, wurde nicht anlässlich dieser Hochzeit geprägt, sondern einige Jahrzehnte später. Wir erklären, wozu es diente.

Bayern. Albrecht V., 1550-1579. Donativ zu 25 Dukaten, undatiert. 3. Viertel des 16. Jahrhunderts. Unik, aus der Wittelsbacher Familiensammlung. Meisterwerk der deutschen Renaissance. Fast vorzüglich. Schätzung: 150.000 Euro. Aus Traveller Collection, NAC 171 (18. November 2026), Nr. 1127.

Bayern. Albrecht V., 1550-1579. Donativ zu 25 Dukaten, undatiert. 3. Viertel des 16. Jahrhunderts. Unik, aus der Wittelsbacher Familiensammlung. Meisterwerk der deutschen Renaissance. Fast vorzüglich. Schätzung: 150.000 Euro. Aus Traveller Collection, NAC 171 (18. November 2026), Nr. 1127.

Was ist auf dem Donativ Albrechts V. zu sehen?

Die Vorderseite zeigt ein Hüftbild des bayerischen Herzogs nach rechts. Er ist barhäuptig, trägt einen reich verziertes Prunkharnisch, darüber die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies. In der rechten Hand hält er ein erhobenes Schwert. Ihm gegenüber sehen wir ein Hüftbild Annas im kostbaren Hofgewand. Auf dem Kopf trägt sie eine Haube, das Haar ist von einem Haarnetz zusammengehalten.

Über ihnen sehen wir links Albrechts Wappen: den quadrierten Schild mit den bayerischen Rauten und dem Pfälzer Löwen; über Anna befindet sich der Bindenschild für die Österreichischen Erblande. Zwei Putten halten demonstrativ den Herzoghut über die Wappen beider Herzogtümer.

Die Aufschrift nennt Namen und Titel der Dargestellten. Albrecht präsentiert sich als Pfalzgraf bei Rhein, Herzog der beiden Bayern, Graf von Hirschberg und Schwabegg; Anna wird als Herzogin von Bayern vorgestellt; ferner prunkt sie als Königin von Ungarn und Böhmen, Erzherzogin von Österreich und Gräfin von Tirol.

Diese Aufhäufung von beeindruckenden Titeln toppt die Rückseite mit dem Kaiseradler, der provokant auf der Brust den bayerischen Rautenschild trägt. Die Umschrift nennt Namen und Titel des bislang einzigen Kaisers der Wittelsbacher: Ludwig IV., römischer Kaiser und Augustus, der Fromme, der Glückliche, deutscher König, Herzog von Bayern, Graf von Holland, Seeland und Friesland. Vier Wappen der genannten Herrschaften unterbrechen die Legende

Albrecht V. und Anne von Österreich spielen in Anwesenheit von Würdenträgern und Gästen Schach. Kleinodienbuch von Herzog Albrecht V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich), gemalt von Hans Müelich. BSB Cod.icon. 429, München 1552-1555.

Albrecht V. und Anne von Österreich spielen in Anwesenheit von Würdenträgern und Gästen Schach. Kleinodienbuch von Herzog Albrecht V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich), gemalt von Hans Müelich. BSB Cod.icon. 429, München 1552-1555.

Warum der kaiserliche Doppeladler ein Schock auf einem bayerischen Donativ ist!

Donative waren Geschenke, die im Rahmen der Diplomatie genutzt wurden. Es gilt die Regel: Je schwerer und kostbarer ein Donativ ist, umso höher war der Stand des Beschenkten. Ein Donativ aus Gold im Gewicht von 25 Dukaten war extrem wertvoll und höchsten Adligen vorbehalten. Die Empfänger wussten um die Bedeutung des Doppeladlers. Sie verstanden den Anspruch, der dahinter stand. Aber wie kam der bayerische Herzog dazu, den kaiserlichen Doppeladler auf seinem Donativ darzustellen?

Albrecht erklärt dies selbst durch die Legende. Er beruft sich auf seinen Vorfahren, Ludwig IV. Damit erinnert Albrecht daran, dass die Wittelsbacher einen Kaiser gestellt hatten, und damit den Habsburgern ebenbürtig waren.

Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass das Monopol der Habsburger auf den Kaisertitel sich gerade erst zu entwickeln begann: Karl V. war erst der dritte Habsburger Kaiser. Rudolf I. und Albrecht I. zählten nicht mit. Sie waren „nur“ Könige.

Miniatur-Doppelporträt von Albrecht V. und Anna aus dem sog. Wittelsbachischen Familienalbum. Christoph Schwarz(?), München 1578. Bayerisches Nationalmuseum Inv. Nr. R951. Foto: KW.

Miniatur-Doppelporträt von Albrecht V. und Anna aus dem sog. Wittelsbachischen Familienalbum. Christoph Schwarz(?), München 1578. Bayerisches Nationalmuseum Inv. Nr. R951. Foto: KW.

Wollte Albrecht V. damit Anspruch auf das Amt des Kaisers erheben?

Albrecht V. wollte Ferdinand I. sicher nicht das Kaisertum streitig machen. Aber er wollte daran erinnern, dass die Wittelsbacher ebenfalls viel vorzuweisen hatten. Dezent erinnert er durch die Titel Annas auch an den Heiratsvertrag, den Ferdinand I. 1546 unterschrieben hatte. Darin verzichteten die Wittelsbacher nur bedingt auf das Erbe Annas. Im Falle des Aussterbens der männlichen Linie der Nachkommen Karls V. und Ferdinands I. hätten die Wittelsbacher ihre Erbansprüche anmelden können.

Albrecht wusste nicht, dass sich Ferdinand I. bereits ein Jahr nach der Hochzeit durch einen geheimen Nachtrag in seinem Testament gegen solche Ansprüche abgesichert hatte. Dies kam erst 1740 ans Tageslicht, als mit Karl VI. die männliche Linie tatsächlich ausstarb und die Wittelsbacher Anspruch auf den Kaisertitel erhoben.

Zum Zeitpunkt, als dieses Donativ geprägt wurde, ging es Albrecht V. weniger um das Kaiserreich, sondern vielmehr um die Kurfürstenwürde. Er versuchte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, das Kurfürstenamt von der pfälzischen auf die bayerische Linie übertragen zu lassen.

Das Antiquarium in der Münchner Residenz. Foto: KW.

Das Antiquarium in der Münchner Residenz. Foto: KW.

Kultur im Dienste der Rangansprüche

Seine Ansprüche untermauerte Albrecht V. mit einem prachtvollen Auftreten, das bis heute Folgen zeitigt. Die Bedeutung eines Herrschers wurde nämlich in der frühen Neuzeit vor allem mit seinem Auftreten in Verbindung gebracht. Prächtige Bauten wie das Marstallgebäude oder das Antiquarium, eine beeindruckende Sammlung und Bibliothek, dazu eine weithin bekannte Hofkapelle, das alles ist nicht nur ein Zeichen für ein privates Interesses eines „leidenschaftlichen Sammlers“. So nennt die Geschichtsschreibung Albrecht gerne. Doch dies verschleiert, in welchem Maß eine eindrucksvolle Sammlung von Münzen, Antiquitäten, Bildern und Büchern den Rang eines Fürsten betonte.

Dazu entwickelte sich München in dieser Epoche zu einer wichtigen Station der Gran Tour. Junge Adlige aus ganz Europa besuchten im Rahmen ihrer mehrjährigen Reise zu den wichtigsten Höfen Europas die Stadt München. Sie staunten über die prachtvolle Hofhaltung des bayerischen Herzogs und erzählten von seiner berühmten Hofkapelle und seinen antiquarischen Schätzen.

München kann sich noch heute über dieses Erbes freuen. Es lebt zum Beispiel in der Staatlichen Münzsammlung und der Staatsbibliothek weiter.

Donative als Zeichen wirtschaftlicher und politischer Potenz

Das Donativ, das NAC in seiner Auktion anbietet, gehört in diesen Zusammenhang. Wurde eine Gabe als Teil des diplomatischen Spiels überreicht, war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Höherstehende die wertvollere Gabe schenkte. So ein Donativ im Wert von 25 Dukaten ließ sich nicht so leicht ausstechen! In Kombination mit all den Hinweisen auf den hohen Rang der Wittelsbacher und ihre Ebenbürtigkeit mit den Habsburgern war dieses Stück ein politisches Statement.

Bayern. Maximilian I. Doppeldukat 1645 mit dem Titel Erzherzog und Kurfürst. Fast vorzüglich. Schätzung: 2.500 CHF. Aus Traveller Collection, NAC 171 (18. November 2026), Nr. 1129.

Bayern. Maximilian I. Doppeldukat 1645 mit dem Titel Erzherzog und Kurfürst. Fast vorzüglich. Schätzung: 2.500 CHF. Aus Traveller Collection, NAC 171 (18. November 2026), Nr. 1129.

Ein schweres Erbe

Albrecht V. starb am 24. Oktober 1579. Sein Sohn Wilhelm V. erbte bei seinem Tod eine Schuldenlast von nahezu 2,5 Mio. Gulden. Nicht zum Sparen geboren, vergrößerte er diese während seiner Regierung, bis er seinem Sohn freiwillig am 15. Oktober 1597 die Herrschaft (und die drückenden Geldsorgen) überließ.

Maximilian I. sollte derjenige sein, der nicht nur die Schulden in den Griff bekam, sondern endlich den bayerischen Wittelsbachern das Kurfürstenamt sicherte. Auch er argumentierte mit Ludwig dem Bayern, dessen von Maximilian in Auftrag gegebenen prachtvollen Kenotaph noch heute die Touristen im Münchner Liebfrauendom bestaunen.

Was ist das Donativ Albrechts V. wert?

NAC hat das Donativ, das wir Ihnen in diesem Artikel vorgestellt haben, mit 150.000 CHF geschätzt. Das sind umgerechnet mehr als 160.000 Euro resp. 180.000 $. Der Preis ist ein eine pure Vermutung, denn die Numismatik kennt nur ein einziges Exemplar dieses beeindruckenden Donativs in Gold, nämlich das hier gezeigte. Es gibt noch drei Exemplare in Silber, die aber alle in öffentlichen Sammlungen liegen, nämlich in München, Wien und Berlin.

Das letzte Mal, dass unser Donativ öffentlich verkauft wurde, war 1924 bei Leo Hamburger im Rahmen der Versteigerung der Sammlung der ehemaligen Könige von Bayern am 7. April 1924. Das war kurz nach der Einführung der Rentenmark. Die Münze erzielte unglaubliche 7.150 Rentenmark. Nur um Ihnen eine Vorstellung zu geben, was diese Zahl bedeutet: Das Statistische Reichsamt errechnete den durchschnittlichen Stundenlohn eines Arbeiters für den April 1924 mit 56,2 Pfennig.* Das ergibt bei einer (damals normalen) Arbeitswoche von 48 Stunden einen Wochenlohn rund 27 Rentenmark. Ein Facharbeiter hätte also mehr als 5 Jahre(!) arbeiten müssen, um diese Münze zu kaufen!

Geht man von einem derzeit durchschnittlichen Bruttoeinkommen eines deutschen Facharbeiters in Höhe von 50.604 Euro aus, müsste ein entsprechendes Ergebnis im Jahr 2026 bei ungefähr 250.000 Euro liegen. Da heute viel mehr Menschen über ein so großes Vermögen verfügen, dass sie es sich leisten können, so viel Geld in eine Münze zu investieren, könnte das Ergebnis noch wesentlich höher liegen. Wir werden berichten.

*Wirtschaft und Statistik, 4. Jahrgang, Heft 11 (Juni-Heft) aus dem Jahr 1924, Seite 348

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317Dänemark. Friedrich III.
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von Nyborg im Jahr 1659, von J. Hercules.
Eine äußerst seltene zeitgenössische Prägung
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493Schweiz. Eidgenossenschaft.
Goldmedaille oder «Bundestaler», o. J. (um 1548),
Zürich, von Jakob Stampfer.
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