Schätzpreis: 5.000 EURPoland. Free city of Danzig.
John II Casimir.
3 Ducat with dies of an 18 Ort. 1654.
VF +
738
Schätzpreis: 800 EURNorway. Under Danish rule.
Christian V. Speciedaler.
1672.
NGC graded. VF 30 
736
Schätzpreis: 500 EURGerman states.
Nürnberg.
Under Swedish rule. Gustav II Adolph.
Ducat. 1632. XF.
537
Schätzpreis: 220 EURArendrijksdaalder.
De Drie steden. 1586.
NGC graded. AU 55 
43
Schätzpreis: 500 EUR3 Gulden.
Willem I. 1818 U. XF +
207
Schätzpreis: 40 EURMexico. Republic.
Peso. 1909 Mo GV.
NGC graded. MS 62 
792
Schätzpreis: 100 EURRussia.
Alexander III. 
Rouble. 1892.
XF
742
Schätzpreis: 130 EURGerman states.
Saxony. Albertine line.
Reichsthaler - Assumption of the Vicariat upon
death of Emperor Ferdinand III.
1657. VF - 
561
Schätzpreis: 1.600 EURGreat Britain.
George II.
2 Guineas. 1738.
VF +.
694
Schätzpreis: 400 EURFrance.
Charles VI.
Ecu d'or.
ND (1411). VF +. 
645
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Der Mercado de Monedas y Sellos auf der Plaza Mayor

Das ist weltweit einzigartig: Nur in Madrid gibt es seit knapp einem Jahrhundert jeden Sonntag einen Markt für Münzen und Briefmarken. Sammler aller Altersstufen bewundern an rund 100 Ständen Münzen von der Antike bis zum Euro.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Madrid hat für Münzbegeisterte viel zu bieten, mehr als alle anderen Städte, die ich bisher besucht habe. Und dabei spreche ich nicht von den vielen Museen, in denen Münzen und Medaillen ausgestellt sind. Ich spreche auch nicht von den zahlreichen Münzhandlungen, die sich rund um die Plaza Mayor konzentrieren. Ich spreche vom Mercado de Monedas y Sellos, einer Art Münzbörse, die das ganze Jahr hindurch jeden Sonntag unter den Arkaden der Plaza Mayor stattfindet! Das ist meines Wissens weltweit einzigartig: Die Händler bauen ihre Stände nämlich nicht in irgendeinem billigen Saal irgendwo am Rande der Stadt auf, sondern dort, wo sich Tausende von Touristen tummeln. Zentraler geht es nicht. Wer am Sonntag in der Altstadt von Madrid einen Spaziergang macht, passiert unweigerlich die Plaza Mayor und wird dort mit der Tatsache konfrontiert, dass man Münzen kaufen kann – auch mit kleinem Budget.

Die Plaza Mayor: Ort des Mercado de Monedas y Sellos, aber auch öffentlicher Platz für die spanische Bevölkerung und unzählige Touristen. Im Hintergrund übt eine Gruppe für die Semana Santa. Foto: KW

Die Plaza Mayor: Ort des Mercado de Monedas y Sellos, aber auch öffentlicher Platz für die spanische Bevölkerung und unzählige Touristen. Im Hintergrund übt eine Gruppe für die Semana Santa. Foto: KW

Ein Erlebnis

Ich wusste schon seit vielen Jahren, dass es diese Veranstaltung gibt, aber bisher hatte ich es versäumt, sie zu besuchen. Am Wochenende meide ich Madrid nämlich tunlichst. Nie ist diese sowieso schon von Touristen überlaufene Stadt voller als am Wochenende.

Hätte ich gewusst, welch einzigartige Stimmung auf dem Mercado de Monedas y Sellos herrscht, wäre ich trotzdem schon viel eher gekommen. Es war unglaublich. Die Händler bauen ihre Stände nämlich bereits um 9.00 Uhr auf – für Spanien eine eher ungewohnt frühe Zeit. Wir schlenderten also am Sonntag durch die relativ ruhigen Straßen und Gässchen. Zu hören war nur ein regelmäßiges Pochen, als würden viele Menschen gleichzeitig auf den Boden schlagen. Das Rätsel war schnell gelöst. Große Gruppen schwarz gekleideter Männer trugen gewaltige Holzplattformen auf dem Rücken. Sie bewegten sich im Gleichschritt und gaben sich selbst mit ihren Stöcken den Takt. Es handelte sich um Brüderschaften, die für die Semana Santa übten. Sie nehmen teil an den traditionellen Umzügen der Osterwoche, wenn auf den nun noch leeren Plattformen die Szenen des biblischen Geschehens nachgestellt werden.

Architekturdetail mit Hinweis auf die römische Münzprägung. Foto: KW

Architekturdetail mit Hinweis auf die römische Münzprägung. Foto: KW

Aber zurück zur Numismatik und den Attraktionen für Münzsammler. Die dürfen sich darauf freuen, nahe der Plaza Mayor viele Zeugnisse für das große Interesse zu finden, das die Spanier ihren Münzen und Briefmarken entgegenbringen. Zahlreiche Münzhändler haben sich hier angesiedelt und präsentieren in großen Schaufenstern ihre Ware – und das schon seit vielen Jahrzehnten. Davon zeugt ein auffälliger Fassadenschmuck wohl vom Beginn des 20. Jahrhunderts an einem der Eingänge zur Plaza Mayor: Dort ist groß die lateinische Bezeichnung des Dreimännerkollegs zu lesen, das zu Zeiten der Republik für die Herstellung der Münzen verantwortlich war: AURO ARGENTO AERE FLANDO FERIUNDO TRIUMVIRIS MONETALIS – Dreimännerkolleg für das Schmelzen und Prägen von Gold, Silber und Bronze.

Auto de Fe von 1680 auf der Plaza Mayor von Madrid. Ölgemälde des Francisco Rizi. Museo del Prado

Auto de Fe von 1680 auf der Plaza Mayor von Madrid. Ölgemälde des Francisco Rizi. Museo del Prado

Der Ort: Die Plaza Mayor

Zunächst einmal ein paar Worte zur Bedeutung des Veranstaltungsorts. Die Plaza Mayor von Madrid ist nämlich nicht irgendeine x-beliebige Location, auch wenn es in ganz Spanien Plazas Mayores gibt. Der Name bedeutet zunächst nichts anderes als wichtigster Platz. An einer Plaza Mayor wurde der Markt abgehalten, Fleisch und Brot verkauft, Prozessionen durchgeführt, Todesurteile vollstreckt, Ketzer begnadigt oder verbrannt, und was man eben sonst noch so vor den Augen der Öffentlichkeit tun wollte.

Eine Plaza Mayor gab es in Madrid schon lange, bevor die Siedlung zur Hauptstadt des spanischen Weltreichs wurde. Damals hieß sie noch Plaza del Arrabal und war alles andere als das beeindruckende Ensemble, das uns die spanischen Herrscher hinterlassen haben. Die wichtigsten Umbaumaßnahmen gehen auf Philipp III. zurück, der Anfang des 17. Jahrhunderts einen Architekten beauftragte, eine repräsentative Platzanlage zu schaffen. Der tat dies zwischen 1617 und 1619. Die Baukosten betrugen rund 900.000 Dukaten. Mehr oder minder besichtigen wir heute immer noch dieses architektonische Highlight.

Mehr oder minder deshalb, weil es immer wieder zu Bränden kam und der Platz deshalb mehrmals umgestaltet wurde. So entwickelte er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem einfachen Markt für den täglichen Bedarf zu einer Art eleganter Shopping Mall mit edlen Geschäften für die bessere Gesellschaft. Und da das Sammeln von Münzen und Briefmarken unter den gebildeten Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts ein weit verbreitetes Hobby war, fügte sich ein sonntäglicher Mercado de Monedas y Sellos hervorragend ins wöchentliche Programm.

Diese numismatische Veranstaltung existiert nämlich schon seit den 1920er Jahren. Einfach unglaublich!

Interessante spanische Münzen für jeden Geldbeutel. Foto: KW

Interessante spanische Münzen für jeden Geldbeutel. Foto: KW

Seit 1927: Der Mercado de Monedas y Sellos

Nachweisen lässt sich die Existenz dieses Münzmarkts seit 1927, weshalb zu seinem 50-jährigen Bestehen im Jahr 1977 eine spanische Briefmarke erschien. Heute ist die Veranstaltung so lebendig wie eh und je. Rund 100 Tische, betreut von spanischen Münz- und Briefmarkenhändlern, fand ich vor. Sie alle hatten eine reiche Auswahl zu bieten. Der Fokus liegt dabei, wie zu erwarten, eher auf den Münzen als auf den Briefmarken. Etliche auf Banknoten spezialisierte Händler hatten ebenfalls einen Tisch. Einige wenige Stände offerieren andere Sammelobjekte wie Aktien, Postkarten und mehr.

Die ganz großen Raritäten und hochpreisigen Münzen sind natürlich nicht da; die gehen auch in Spanien in die Auktionen der bekannten Häuser, die übrigens auf der Plaza Mayor nicht vertreten sind. Hier lernt man eher all die Händler kennen, die ihre Ware noch nicht im Internet vertreiben.

Von der Antike bis zum Euro - auf dem Mercado de Monedas y Sellos findet jeder etwas. Foto: KW

Von der Antike bis zum Euro – auf dem Mercado de Monedas y Sellos findet jeder etwas. Foto: KW

Natürlich liegt der Schwerpunkt auf spanischen Münzen – schließlich bieten das spanische Mittelalter und die Moderne eine reiche Auswahl an Prägungen. In der Antike produzierten die sogenannten Keltiberer eine vielfältige und interessante Münzprägung.

Aber auch internationale Prägungen sind vorhanden. Vor allem an römischen Münzen gibt es eine reiche Auswahl. Bitte denken Sie bei Ihren Einkäufen an das Kulturgutschutzgesetz Ihres eigenen Landes! Vielleicht macht es bei einigen Stücken Sinn, den Händler zu bitten, Ihnen Ihre Käufe zu schicken, statt Diskussionen (und juristische Verwicklungen) an der Grenze zu riskieren.

Wer einen Zweitmarkt für moderne Gedenkmünzen sucht: Hier ist er! Foto: KW

Wer einen Zweitmarkt für moderne Gedenkmünzen sucht: Hier ist er! Foto: KW

Hier gibt es einen aktiven Zweitmarkt für moderne Münzen

Zwei Phänomene haben mich auf dem Mercado de Monedas y Sellos besonders beeindruckt. Da ist zunächst die Sache mit den modernen Gedenkmünzen. Viele Sammler beklagen, dass es selbst für moderne Raritäten nur bedingt möglich ist, sie zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Häufige Gedenkmünzen der letzten Jahrzehnte wandern meist in den Schmelztiegel. Nicht so in Spanien. Alle Händler auf der Plaza Mayor kaufen aktiv an – auch moderne Gedenkmünzen. Das ist extrem wichtig, denn nur so behalten diese Stücke einen Sammlerwert, ganz gleich wie hoch oder niedrig er sein mag.

Die Händler kaufen an, weil sie wissen, sie können die Stücke wieder verkaufen. Die nationale FNMT – die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre – fördert das Interesse an ihren alten Gedenkmünzen systematisch seit Jahren. So schenkte mir ein freundlicher Händler – einfach so – einen aktuellen Katalog aller spanischen Euro-Münzen, den die FNMT kostenlos verteilt. Besser kann man Sammler nicht motivieren, die nicht mehr bei der Münzstätte erhältlichen Stücke auf dem freien Sammlermarkt zu suchen!

Ein perfekter Platz für die Nachwuchsförderung. Foto: KW

Ein perfekter Platz für die Nachwuchsförderung. Foto: KW

Nachwuchsförderung par excellence

Was ich noch wichtiger finde, ist der niederschwellige Kontakt, den Menschen hier auf dem Mercado de Monedas y Sellos mit dem Münzhandel aufnehmen können. Welcher Normalsterbliche weiß denn schon um die Faszination der Numismatik, wenn er nicht irgendwie drauf gestoßen wird? Hier freuen sich viele Händler, wenn Väter mit ihren Kindern auftauchen – und an etlichen Ständen gibt es für den Nachwuchs etwas kostenlos. Dass so auch die zahlreichen Touristen, die sich am Sonntag auf der Plaza Mayor herumtreiben, realisieren, dass man Münzen sammeln könnte, ist ein positiver Nebeneffekt.

Ein wunderschöner Markt an einem wunderschönen Ort. Foto: KW

Ein wunderschöner Markt an einem wunderschönen Ort. Foto: KW

2027: Die 100-Jahr-Feier des Mercado de Monedas y Sellos

Wenn ich richtig rechne, dann feiert der Mercado de Monedas y Sellos nächstes Jahr seinen 100. Geburtstag. Nun hat es ja zum 50. Geburtstag eine Briefmarke gegeben. Ich frage mich, ob ihm die FNMT zum 100. Geburtstag eine eigene Gedenkmünze widmet. Ehrlich, er hat es verdient, und ich würde sie mir sofort kaufen. Ich bin einfach fasziniert von dieser gelebten Numismatik für alle! Ich empfehle allen Münzbegeisterten einen Besuch des Mercado de Monedas y Sellos wärmstens.

Einen guten Grund für eine numismatische Reise nach Madrid gäbe es sowieso mit dem Evento Numismático, das 2026 am 3. und 4. Juli in Madrid stattfinden wird.

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