Karibik-Gulden: Gemeinsame Währung für Curaçao und Sint Maarten eingeführt
Von Sebastian Wieschowski
Nach jahrelanger Vorbereitung und mehrfacher Verschiebung ist es nun soweit: Am 31. März 2025 wurde in den autonomen Ländern Curaçao und Sint Maarten der Karibik-Gulden (Caribbean guilder, Kürzel: CMg) offiziell eingeführt. Die neue Währung ersetzt den bisherigen Niederländisch-Antillischen Gulden (ANG), der seit der Auflösung der Niederländischen Antillen im Jahr 2010 noch im Umlauf war.
Inhalt
Mit der Einführung des Karibik-Guldens wurde ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Integration beider Inselstaaten vollzogen, die bereits seit 2010 eine gemeinsame Zentralbank – die Centrale Bank van Curaçao en Sint Maarten (CBCS) – betreiben. Die Währungsumstellung erfolgte zum Verhältnis 1:1, der Karibik-Gulden ist also genau so viel wert wie der bisherige Antillen-Gulden.
Feste Bindung an den US-Dollar
Wie sein Vorgänger ist auch der neue Karibik-Gulden fest an den US-Dollar gekoppelt: Ein US-Dollar entspricht 1,79 CMg. Diese feste Wechselkursbindung soll wirtschaftliche Stabilität gewährleisten und das Vertrauen in die neue Währung stärken.
Die CBCS hatte bereits im Vorfeld der Einführung betont, dass der neue Karibik-Gulden langfristig zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs beitragen soll. Gleichzeitig werde die Geldpolitik damit effizienter, da die veralteten Strukturen des Antillen-Guldens nun endgültig abgelöst seien.
Maritimes Design – Banknoten mit Tiefgang
Die neuen Banknoten und Münzen greifen die geografische und kulturelle Identität der beiden Inseln auf. Die Banknoten sind thematisch dem Lebensraum „Welt unter dem Meer“ gewidmet. Auf der Vorderseite sind farbenfrohe Motive der Meeresfauna von Curaçao und Sint Maarten abgebildet – darunter Korallenfische, Meeresschildkröten und weitere typische Meeresbewohner. Die Rückseite zeigt bedeutende historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten beider Länder.
Die Banknotenserie wurde in verschiedenen Stückelungen eingeführt, darunter 10, 20, 50 und 100 CMg. Alle Scheine verfügen über moderne Sicherheitsmerkmale, wie Wasserzeichen, Hologramme und taktile Elemente für Sehbehinderte.

Die neuen Münzen in Cent und Gulden werden ab sofort ausgegeben. Foto: Centrale Bank van Curacao en Sint Maarten.
Münzen mit lokalen Unterschieden
Auch die neuen Münzen spiegeln das maritime Thema wider. Sie zeigen unter anderem Muscheln, Wellenmotive und Meeresschildkröten. Interessant ist, dass es für Curaçao und Sint Maarten jeweils leicht unterschiedliche Münzdesigns gibt – ein Detail, das die nationale Identität innerhalb der gemeinsamen Währung wahrt. Die Umlaufmünzen wurden in den Nominalen 1, 5, 10, 25 und 50 Cent sowie 1 und 2½ CMg ausgegeben.
Übergangsfrist für alten Gulden
Die bisher gültigen Banknoten und Münzen des Niederländisch-Antillischen Guldens bleiben noch für einen begrenzten Zeitraum im Umlauf und können bei Banken und ausgewiesenen Stellen umgetauscht werden. Die CBCS hat angekündigt, dass der Umtauschzeitraum großzügig bemessen sein wird, um eine reibungslose Umstellung zu gewährleisten.
Ein historischer Schritt für die Region
Mit der Einführung des Karibik-Guldens haben Curaçao und Sint Maarten ein Kapitel der wirtschaftlichen Eigenständigkeit aufgeschlagen. Die neue Währung ist nicht nur Symbol ihrer gemeinsamen Zukunft, sondern soll auch die Grundlage für ein moderneres und leistungsfähigeres Finanzsystem in der Region legen.
Hintergrund: Die Geschichte der Währungsunion
Nach der Auflösung der Niederländischen Antillen am 10. Oktober 2010 wurden Curaçao und Sint Maarten zu autonomen Ländern innerhalb des Königreichs der Niederlande. Bereits damals wurde beschlossen, eine gemeinsame Währung einzuführen – doch die tatsächliche Umsetzung verzögerte sich mehrfach. Mit dem Karibik-Gulden ist dieses Vorhaben nun realisiert.