Schätzpreis: 40.000 EuroKelten. Gallien.
Vercingetorix, 52 v. Chr.
Goldstater.
Sehr selten.
Prägeschwächen, sonst sehr schön.
29
Schätzpreis: 50.000 EuroM. Iunius Brutus.
Denar, 42,
Lagermünzstätte in Kleinasien oder Nordgriechenland.
Sehr selten.
Av. schön. Rv. schön bis sehr schön.
518
Schätzpreis: 15.000 EuroByzanz. Revolte der Heraclii, 608-610.
Solidus, unbestimmte Münzstätte.
Äußerst selten. Wohl unediert.
Aus Sammlung Topp.
Fast vorzüglich.
945
Schätzpreis: 10.000 EuroNürnberg. Goldmedaille 1624,
auf die Münzkonvention der drei korrespondierenden
Kreise Bayern, Franken und Schwaben.
Sehr selten, nur wenige Exemplare in Gold bekannt.
Fast Stempelglanz.
2458
Schätzpreis: 100.000 EuroBraunschweig-Wolfenbüttel. Friedrich Ulrich, 1613-1634.
Löser zu 10 Reichstalern 1614, Goslar oder Zellerfeld.
Äußerst selten. Aus Altbestand der Preussag in Goslar,
erworben am 28. Februar 1977.
Sehr schön.
4111
Schätzpreis: 30.000 EuroDeutsches Kaiserreich. Sachsen.
Georg. Probe zu 5 Mark 1902.
Äußerst selten, wohl nur dieses Exemplar bekannt.
Vorzüglich bis Stempelglanz aus polierter Platte.
2946
Schätzpreis: 10.000 EuroRömisch-Deutsches Reich.
Ferdinand III., 1625-1627-1657.
Vierfacher Schautaler 1629, Prag.
Äußerst selten.
Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel.
Fast vorzüglich.
4757
Schätzpreis: 125.000 EuroPolen.
Sigismund III., 1587-1632.
Portugalöser zu 10 Dukaten o. J.,
vermutlich Krakau.
Äußerst selten.
Gutes sehr schön.
2173
Schätzpreis: 40.000 EuroNiederlande. Haarlem.
Goldmedaille 1778 von J. G. Holtzhey,
Ehrenmedaille von Teyler's Godgeleerd Genootschap,
verliehen 1796 an den Pastor und Lehrer Jan Brouwer.
Äußert selten.
Vorzüglich.
2158
Schätzpreis: 15.000 EuroKurfürstlich Pfälzischer Hausritterorden vom hl. Hubertus.
Großes, sehr gewichtiges Kleinod zum Schulterband,
Anfertigung von ca. 1767.
Äußerst selten.
Aus dem persönlichen Nachlass von
Herzog Wilhelm in Bayern. II.
4025
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Münzsammeln um 1600

Was tut ein Reichsritter, wenn es die wirtschaftlichen Mittel nicht erlauben, den Prunk zu finanzieren, den er seinem Stand schuldig zu sein glaubt? Was tut er, wenn er keine gut bezahlte Stelle im Dienst eines Fürsten ergattert und die kleine Eiszeit seine Einkünfte drastisch reduziert? Er versucht, anderweitig Prestige zu erwerben. Welche Möglichkeiten ihm dabei offen standen, das erfahren wir aus den Briefen des Hans von Schellenberg (1552-1609).

Inhalt

Ursula Kampmann: Die Briefe des Herrn von Schellenberg an Johann Jakob Rüeger. Ein entlarvendes Selbstzeugnis vom Niedergang eines gebildeten Reichsritters und Münzsammlers. Bd. I: Die Briefe. (Nomismata, 13.1), Habelt Verlag 2023. 576 S., 29 cm. ISBN 978-3-7749-4378-0. Preis: 89 €.

Ursula Kampmann: Die Briefe des Herrn von Schellenberg an Johann Jakob Rüeger. Ein entlarvendes Selbstzeugnis vom Niedergang eines gebildeten Reichsritters und Münzsammlers. Bd. I: Die Briefe. (Nomismata, 13.1), Habelt Verlag 2023. 576 S., 29 cm. ISBN 978-3-7749-4378-0. Preis: 89 €.

Münzsammeln eine Frage des Prestiges?

Der süddeutsche Reichsritter Hans von Schellenberg und der Schaffhauser Pastor Johann Jakob Rüeger korrespondierten in den Jahren zwischen 1587 und 1606 im monatlichen Rhythmus. Sie beschäftigten sich dabei mit allem, was ihnen wichtig war: mit Politik, Religion, Musik, ihrer Gesundheit, der Verwandtschaft, mit Geschichte, Archäologie und natürlich der Numismatik, schließlich waren beide Korrespondenten begeisterte Münzsammler.

150 ihrer Briefe haben sich erhalten. Sie geben uns einen Einblick, welche Rolle das Münzsammeln in der frühen Neuzeit spielte und wie die Bücher der Antiquare zustande kamen. Wir entnehmen ihnen aber auch die kleinen, feinen Unterschiede, die in dieser Welt existierten. Selbst der relativ mittellose Hans von Schellenberg war ein gesuchter Mäzen, bei dem zahlreiche Autoren um Unterstützung ansuchten. Diese Unterstützung konnte vieles umfassen: da wurde ein Buch, eine Urkunde verliehen oder Auskunft über den Inhalt erteilt; Schellenberg gewährte einem Antiquar Gastfreundschaft und Zutritt zu seiner Sammlung; kleine Gaben wurden mit wertvollen Gegengaben beantwortet und – in einigen Fällen – dem Autor für die Widmung eines wissenschaftlichen Werks ein bedeutendes Geldgeschenk überreicht.

Die Schellenberg-Briefe bieten uns einen intimen Blick auf die sogenannte Gelehrtenrepublik. Sie decken auf, wie eng Mäzenatentum mit Reputation und Nachruhm verbunden waren.

Der Alltag des Münzsammelns

Darüber hinaus geben die Briefe zahllose Antworten auf Fragen rund um den Alltag eines Münzsammlers der frühen Neuzeit. Hans von Schellenberg beschäftigt sich darin mit den alltäglichen Fragen, die sich auch heute noch Münzsammler stellen: Wo kann ich die schönsten Stücke am günstigsten kaufen? Welche Münze ist echt, welche falsch und wie kann ich das erkennen? Wonach bestimme ich, und wer hilft mir, wenn ich eine Münze nicht zu bestimmen weiß?

Die Schellenberg-Briefe sind einzigartig: Sie vermitteln uns detaillierte Kenntnisse zur Alltagsgeschichte des frühneuzeitlichen Münzsammelns. Ihr hoher Wert liegt darin, dass Hans von Schellenberg eben kein hoher Fürst war, der sich auf seinen bestens vernetzten Agenten stützen konnte, sondern ein finanzschwacher Reichsritter, der mit begrenzten Mitteln seine Sammlung aufbaute.

Das Projekt Schellenberg-Briefe

Ursula Kampmann arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt an der Publikation und Auswertung dieser Briefe. Sie hat sich der Mühe unterzogen, die 150 Schreiben minutiös zu transkribieren und aus dem Frühneuhochdeutschen ins moderne Deutsch zu übersetzen. Damit kann auch der Laie mit Vergnügen die Schreiben des wortgewaltigen Hans von Schellenberg genießen, der – wie in dieser Zeit üblich – kein Blatt vor den Mund nahm.

Bei dem jetzt erschienen Buch handelt es sich um den ersten von drei Bänden. Das Gesamtwerk erscheint in der Reihe NOMISMATA, herausgegeben von Johannes Nollé und Hertha Schwarz, und wird vom renommierten Habelt-Verlag in Bonn publiziert und vertrieben. Während der erste, 555 Seiten umfassende Band die Quelle selbst enthält, sind die beiden folgenden Bände bereits in Arbeit. Der zweite Band widmet sich der historischen Einordnung, der dritte den Anmerkungen zu den Briefen.

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