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Motorsports Legends: ein Traum wird wahr

Die World Money Fair ist mehr als große Besucherzahlen, hohe Umsätze und tolle Messestände. World Money Fair heißt vor allem viele kleine Geschichten von Enthusiasten, deren Begeisterung die numismatische Welt so schön macht. Hier erzählen wir Ihnen die Geschichte von Thomas Hrach und der neuen Münzserie Motorsports Legends.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Jack Brabham im Wagen mit der Nr. 16 beim Grand Prix von Zandvoort. Er hat die Nase vorn gegenüber Jim Clark mit der Nr. 6 und Denny Hulme im Wagen mit der Nr. 18. Foto: Eric Koch für Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05 / 919-3863. Nationaal Archief / Niederlande. cc-by3.0

Jack Brabham im Wagen mit der Nr. 16 beim Grand Prix von Zandvoort. Er hat die Nase vorn gegenüber Jim Clark mit der Nr. 6 und Denny Hulme im Wagen mit der Nr. 18. Foto: Eric Koch für Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05 / 919-3863. Nationaal Archief / Niederlande. cc-by3.0

Hunderte von Münzen erscheinen alljährlich anlässlich der World Money Fair. Wie soll man sich da entscheiden, welche man aus dem breiten Angebot herauspickt und einen breiten Publikum präsentiert? Objektivität ist unmöglich und deshalb entscheide ich mich für die totale Subjektivität. Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte über den Beginn einer neuen Münzserie, die völlig aus dem Rahmen fällt. Nicht weil ihr Design oder die dafür angewandte Technik so außergewöhnlich ist. Nein, weil sie allein auf Begeisterung basiert, und weil sie zeigt, dass Münzen und Medaillen eben doch nicht nur eine Frage des Profits sind.

David Brabham (l.) und Thomas Hrach (r.) vor der Enthüllung des Motivs zur ersten Ausgabe der Serie Motorsport Legends. Foto: UK

David Brabham (l.) und Thomas Hrach (r.) vor der Enthüllung des Motivs zur ersten Ausgabe der Serie Motorsport Legends. Foto: UK

Die Idee zu Motorsports Legends

Alles begann mit einem Mann, der träumte. Denn Thomas Hrach hat eigentlich anderes zu tun, wenn er die World Money Fair besucht. Er leitet die österreichische ECONOMA Engineering GmbH, die sich auf Präzisionswaagen im Bereich der Prägetechnik spezialisiert hat. Seine Maschinen prüfen in Münzstätten weltweit, ob Umlauf-, Gedenk- oder Anlagemünzen exakt das Gewicht haben, das sie haben sollen.

Wenn es um die Freizeit geht, dann ist Thomas Hrach sicher nicht auf Münzbörsen zu finden. Seine Leidenschaft gilt dem Motorsport, den schnellen Autos und ihren Fahrern. Er liebt das Dröhnen der Motoren, ihre Präzision und wie sie menschliche Ingenieurskunst in hohe Geschwindigkeiten umsetzen. Besonders begeistern kann er sich für die Geschichte des Motorsports, für die Epoche, als begnadete Ingenieure noch selbst ihre Rennwagen fuhren.

Nun liegt für einen, der täglich mit der Münzindustrie zu tun hat, die Idee nahe, aus seiner Leidenschaft eine Münzserie zu formen. Davon träumte Thomas Hrach schon seit mindestens zwei Jahren.

Jack Brabham nach dem Sieg im Grand Prix von Zandvoort. Foto: Eric Koch für Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05 / 919-3868. Nationaal Archief / Niederlande. cc-by3.0

Jack Brabham nach dem Sieg im Grand Prix von Zandvoort. Foto: Eric Koch für Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05 / 919-3868. Nationaal Archief / Niederlande. cc-by3.0

Jack Brabham und ein besonderes Jubiläum

Nun jährt sich, die Kenner des Motorsports werden es wissen, 2026 ein ganz besonderes Ereignis zum 60. Mal: 1966 gelang es Jack Brabham, die Formel 1 auf seinem eigenen Rennwagen zu gewinnen. Damit war er der erste und wird wahrscheinlich für immer der einzige bleiben, der nicht nur die Fahrer-, sondern auch die Konstrukteursweltmeisterschaft gewann. Denn heute sind die technischen Teams um die Formel 1 Konkurrenten viel zu groß, als dass ein einzelnes Genie – sei es auch noch so bedeutend – eine Chance hätte.

„Der schwarze Jack“ gilt deshalb in Motorsport-Kreisen als Legende – dabei hilft natürlich auch, dass er nicht nur einmal, sondern gleich dreimal die Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1 gewann. In seiner Heimat Australien ist er deswegen unvergessen.

Entwurf zur ersten Münze der neuen Serie Motorsports Legends von Jody Clark. Sie ist dem Rennfahrer Sir Jack Brabham anlässlich seiner Weltmeisterschaft im Jahr 1966 gewidmet

Entwurf zur ersten Münze der neuen Serie Motorsports Legends von Jody Clark. Sie ist dem Rennfahrer Sir Jack Brabham anlässlich seiner Weltmeisterschaft im Jahr 1966 gewidmet

Die erste Münze: Ein Projekt von Brabham, ECONOMA und der Commonwealth Mint

Das war für Thomas Hrach der Anlass, selbst etwas in Sachen Münzserie zu unternehmen. Er gewann David Brabham für seine Idee. David Brabham ist der jüngste Sohn von Jack Brabham und wie sein Vater ein erfolgreicher Rennfahrer. Heute widmet er sich der Förderung junger Talente im Rennsport. Er gab Thomas Hrach die heute so wichtigen Lizenzrechte, um die erste Ausgabe von Motorsports Legends zu publizieren.

Die praktische Ausführung übernimmt die Commonwealth Mint. Der bekannte Designer Jody Clark entwarf bereits ein Münzdesign, das anlässlich der World Money Fair einem kleinen Publikum unter Motorengedröhn vorgestellt wurde.

Geplant ist eine umfangreiche Serie zu Motorsports Legends

Wenn man Thomas Hrach auf die erste Münze und die kommende Serie anspricht, dann leuchten seine Augen. Man spürt, hier geht nicht um Profit. Da will ein Begeisterter seine Helden im Münzbild sehen. Und eine Serie zum Thema Rennsport hat durchaus ihre Chancen. Viele Münzsammler lieben schnelle Autos. Umgekehrt kann man sicher viele Fans der Formel 1 und ihrer Geschichte für das Münzsammeln und für Anlagethemen interessieren.

Kaufen kann man die Münze aktuell noch nicht. Aber es gibt bereits eine Website, auf der man sich eintragen kann, um mehr Informationen zu erhalten und ihre Ausgabe nicht zu verpassen.

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