Schätzpreis: 150,00 EURFlorijn van 28 Stuiver.
Groningen en Ommelanden.
1681.
VF
76
Schätzpreis: 280,00 EURNederland.
Dordrecht. 1619.
Synode van Dordrecht, zonder hond.
VF / XF
503
Schätzpreis: 900,00 EURDubbele gouden dukaat.
Kampen. Ferdinand III. 1656.
AU details
99
Schätzpreis: 250,00 EURGerman states.
Saxony. Albertinian Line.
Christian II, Hans Georg I & August.
2 Thaler. PIEDFORT. 1602.
VF +
754
Schätzpreis: 1400,00 EURGerman states.
Bremen. 10 Mark.
1907 J. MS 67
700
Schätzpreis: 2800,00 EURNorway.
Christian V.
Speciedaler.
1672.
VF 30
893
Schätzpreis: 2800,00 EURGerman East Africa.
German colony.
Wilhelm II.
15 Rupees. 1916 T - Arabesque below
T. MS 63
805
Schätzpreis: 2000,00 EUR2½ Gulden.
Lodewijk Napoleon.
1808.
XF +
244
Schätzpreis: 4000,00 EURMuntmeesterpenning - Afslag in goud.
Holland. 1759.
MS 61
95
Schätzpreis: 250,00 EURZilveren dukaat.
Enkhuizen. 1676.
AU 53
44
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Was ist Geld?

Eigentlich ganz klar, was Geld ist, aber kennen Sie die vier Aufgaben von Geld und seine fünf Eigenschaften? Die stellen wir Ihnen in unserer Serie zu Begriffen aus dem Bereich der Numismatik und des Münzhandels vor.

von Ursula Kampmann

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Was ist eigentlich Geld? Ganz klar, möchte man meinen. Da gibt es Münzen, Banknoten, Kreditkarten – halt, eine Kreditkarte ist kein Geld, sondern lediglich ein Mittel, um Geld zu transferieren, genauso wie ein Scheck oder ein frühneuzeitlicher Wechsel. Dann also anders, welche Aufgaben muss Geld erfüllen, um als Geld funktionieren zu können?

Die vier Aufgaben von Geld

Dass man mit Geld zahlen und es sparen kann, sind nur zwei der wichtigsten Aufgaben, die Geld heute hat. Wir sehen uns alle vier Funktionen an, die ein Tauschmittel haben muss, um als Geld zu funktionieren.

Tauschmittel

Die wohl bekannteste Funktion von Geld ist es, dass es als ein Tauschmittel dient, das sich von allen anderen im Tauschhandel benutzten Waren dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar einen Bedarf des Tauschpartners befriedigt, sondern aufgrund seiner allgemeinen Anerkennung zum weiteren Tausch eingesetzt werden kann.
Damit können also nicht nur Münzen oder Banknoten oder digitale Bankguthaben zum Zahlen eingesetzt werden, sondern alles was allgemein begehrt ist. Zum Beispiel auch Zigaretten. Sie erinnern sich an die Nachkriegszeit? Damals rauchten (fast) alle, weil Rauchen den bohrenden Hunger stillte. Es entstand ein hoher Bedarf an Zigaretten, während das staatliche Geld mangels Nachfrage als Tauschmittel versagte.

Maßstab

Fast noch wichtiger ist die Funktion des Geldes als Maßstab. Was haben ein Telefongespräch, ein belegtes Brötchen und ein Friseurbesuch gemeinsam? Ganz einfach, der „Wert“ aller Leistungen lässt sich in Geld messen. Aber seien Sie vorsichtig. „Wert“ wird leider auch moralisierend genutzt. Und wie sagte Oscar Wilde so schön: Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert.

Thesaurierungsobjekt

Geld hat eine dritte wichtige Funktion: Es dient dem Aufbau eines Guthabens, eines Schatzes, wenn Sie wollen, weswegen man von einem Thesaurierungsobjekt spricht. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und wird von thesauros für Schatz abgeleitet. Das führt uns zurück in die antike Stadt, wo diese Funktion den wohl wichtigsten und größten Fortschritt darstellte. Niemand war mehr darauf angewiesen, jeden Tag den Lebensunterhalt zu erarbeiten. Stattdessen konnte er von dem zehren, was er in den letzten Wochen / Monaten / Jahren erarbeitet hatte.

Sühnemittel

Fast vergessen ist die vierte, vielleicht ursprünglichste Form von Geld, nämlich seine Fähigkeit entstandenen Schaden wieder gut zu machen, ohne dafür Blut zu vergießen. Das war übrigens die ursprüngliche Bedeutung des althochdeutschen Wortes „gelt“, von dem das deutsche Wort Geld abgeleitet ist. Mit „gelt“ wurde seit dem 8. Jahrhundert das beglichen, was man göttlichen oder staatlichen Autoritäten schuldete. In den Zusammenhang gehört zum Beispiel das „Wergelt“, also der Betrag, der nach germanischem Recht der Familie eines Getöteten zustand, um eine Blutrache zu vermeiden.
Diese Funktion hat Geld noch immer, gleich ob wir uns so für das Übertreten der Geschwindigkeit beim Autofahren entschulden oder wenn Hinterbliebene von Unfallopfern auf Schadensersatz klagen.

Es muss keine Münze sein: Ein Armreif funktioniert genauso als Geld. Solche Manillen wurden früher vor allem im afrikanischen Sklavenhandel eingesetzt. Foto: KW.)

Es muss keine Münze sein: Ein Armreif funktioniert genauso als Geld. Solche Manillen wurden früher vor allem im afrikanischen Sklavenhandel eingesetzt. Foto: KW.)

Die fünf Eigenschaften von Geld

Geld hat nicht nur Funktionen, sondern auch Eigenschaften. Auch wenn wir heute denken, dass Münze, Banknote und vor allem unser elektronisch gespeichertes Geld die typischen Formen sind, handelt es sich lediglich um zeittypische Ausprägungen von Geld, die sich in unserer modernen Gesellschaft als besonders praktisch erwiesen haben. Es gab in der Vergangenheit viele Alternativen – in und außerhalb Europas.

Allgemein begehrt

Geld muss begehrt sein, und zwar von allen. In dem Moment, in dem ein Staat seine Kreditwürdigkeit verliert, ist seine Währung nichts mehr wert. Umgekehrt dienten in der Vergangenheit immer wieder begehrte Güter als Geld. Wir haben bereits die deutsche Zigarettenwährung erwähnt. Man könnte auch an die kleinen Bonbons denken, die im Italien der 1970er Jahre statt dem 10 Lire Stück kursierten. Man erinnere sich an Kauri-Schnecke, Salzbarren, Teeziegel, Kakaobohnen und Seidenstücke, Manillen und Kissipennies.

Kein natürlicher Verfall

All die genannten Objekte haben den Vorteil, dass sie keinem natürlichen Verfall unterliegen. Deshalb eignen sich nur die wenigsten Nahrungsmittel als Geld, nämlich nur solche, die wie Salz oder Tee lange haltbar sind. Deshalb hat sich übrigens Metall zum vorherrschenden Material von Geld entwickelt. Gesellschaften, die über kein Metall verfügten, entwickelten Alternativen. Man denke an die Kauri-Schnecke, deren Gehäuse so klein, so stabil und so haltbar ist, dass es lange überdauert.

Leicht transportabel

Und damit sind wir bei der nächsten Eigenschaft des Geldes angekommen. Es muss leicht transportabel sein. Deshalb ist unser elektronisch gespeichertes Geld heute so beliebt. Es steht uns ständig auch in großen Summen zur Verfügung, und zwar ohne eine große Last darzustellen. Das war in der Vergangenheit meist nicht der Fall. Deshalb wurde der Wechsel für den zunehmenden Handel der frühen Neuzeit so ein Erfolgsmodell.
Deshalb ist ein Yap-Stein kein Geld im modernen Sinne, denn er wird nicht transportiert. Er diente auf der Insel Yap ganz anderen Zwecken als unser modernes Geld es heute tut. Yap-Steine waren Teil des familiären Prestiges. Wenn eine Frau verheiratet, ein großer Besitz verkauft, eine Sühne geleistet wurde, dann übertrug man einen Yap-Stein auf den neuen Besitzer. Und zwar ohne den Stein von der Stelle zu bewegen. Die (kleine) Gemeinschaft der Bewohner von Yap wusste genau, wer welche Steine besaß.
In Fällen, in denen nicht alle Funktionen und Eigenschaften von Geld erfüllt werden, spricht man heute von prämonetären oder primären Geldformen. Das frühere, etwas abschätzigere Primitivgeld sollten Sie besser aus Ihrem Wortschatz streichen. Denn primitiv waren weder die Gelder noch die Personen, die es benutzten.

Leicht teilbar

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Geld ist es, leicht teilbar zu sein. Erst die kleinen Obole machten die griechischen Tetradrachmen zu Geld im modernen Sinne. Denn Geld wird erst dann zum universellen Zahlungsmittel, wenn auch kleine Beträge damit beglichen werden können. Deshalb sind Bullionmünzen, auch wenn sie Münzen heißen und einen Nominalwert tragen, eigentlich kein richtiges Geld. Sie dienen ausschließlich dem Zweck der Thesaurierung.

Genormt

Wichtig ist natürlich auch die Gleichförmigkeit von Geld. Eine Einheit muss immer genormt sein. Deshalb besteht eine Manille, ein Kissy-Penny oder eine Tetradrachme immer aus einer gleichen Menge an Metall. Deshalb funktionierten Zigaretten so hervorragend als Währung: Sie waren durch die automatisierte Herstellung gleich groß.
Deshalb konnten sich aber auch Edelsteine und Halbedelsteine nie zu Zahlungsmitteln entwickeln. Sie waren nicht genormt, von unterschiedlicher Qualität und natürlich nicht teilbar. Goldnuggets dagegen funktionierten wunderbar. Man konnte sie in Gramm umrechnen und so ihren Wert bestimmen.

Gleich bleibende, begrenzte Menge

Last but not least ist die in etwa gleichbleibende Menge von Geld entscheidend. Haben Sie Per Anhalter ins All gelesen? Dort wird kurzzeitig versucht, Blätter als Währung zu benutzen. Klappt natürlich nicht. Weil viel zu viel Blätter vorhanden sind. Zu wenig Zahlungsmittel funktioniert aber auch nicht. Siehe fehlende 10 Lire und die kleinen Bonbons in Italien.
Zahlungsmittel müssen also in beschränkter, gleichzeitig ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Dafür sorgen heute die Nationalbanken. Oder sagen wir, sie sollten dafür sorgen. Politiker haben dagegen gelegentlich andere Vorstellungen, was die Aufgabe einer Nationalbank betrifft.

Sie sehen: Unser modernes Geld ist ein hochentwickeltes Zahlungsmittel, das sich allerdings erst während der letzten zwei Jahrhunderte zu dem entwickelt hat, was es heute ist. Die Münzen vor 1850, die wir heute mit so viel Begeisterung sammeln, sind eine Station auf der Entwicklung zum modernen Geld.

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