Schätzpreis: 2.200 EURGROSSBRITANNIEN.
Penny, ND (1016-23).
Münzstätte Cricklade. Cnut.
NGC MS-64.
17002
Schätzpreis: 15.000 EURDÄNEMARK.
4 Taler Klippe, 1604.
Münzstätte Kopenhagen. Christian IV.
NGC AU Details.
17046
Schätzpreis: 600.000 EURNORWEGEN.
10 Dukaten (Portugaloser),
ND (1661). Münzstätte Christiania. Frederik III.
NGC AU Details.
18103
Schätzpreis: 10.000 EURSCHWEDEN.
Wolgast. 4 Taler, 1633.
Münzstätte Wolgast. Gustav II Adolf.
NGC AU-58.
18172
Schätzpreis: 20.000 EURDEUTSCHLAND
Sachsen. Gold Medaille /
10 Dukaten, 1635. Johann Georg I.
NGC MS-62.
18212
Schätzpreis: 18.000 EURFRANKREICH.
Kunstausstellung Gold Medaille,
1881. Société des Artistes Français.
NGC MS-61.
18255
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Einliefern und die ewige Frage: Wie bekomme ich das meiste für meine Münzen?

Einliefern ist eine hohe Kunst. Es gilt das richtige Auktionshaus auszuwählen. Es soll einer Sammlung die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt, und darüber hinaus den richtigen Kundenkreis besitzen. Die Kommission spielt dabei oft nur eine untergeordnete Rolle.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Es gibt jene berühmte Geschichte über die Frau, die in ihrem lokalen Auktionshaus einen Teppich einlieferte und sich freute, als er von seiner Schätzung mit 900 Euro auf beeindruckende 19.700 Euro kletterte. Ihre Freude schwand, als der Käufer eben diesen Teppich bei Christie’s einlieferte und damit das höchste Ergebnis erzielte, das jemals für einen Teppich bezahlt worden war: 7,2 Mio. Euro. Die Frau sah ihr lokales Auktionshaus in der Pflicht und klagte. Tatsächlich hätte sie sich eher über ihre eigene Dummheit ärgern sollen, denn es liegt in der Verantwortung des Einlieferers, ob er das passende Auktionshaus für seine Schätze auswählt. Wie sie das passende für Ihre Münzsammlung finden, dabei soll Ihnen dieser Artikel helfen. Er ist für fortgeschrittene Sammler gedacht. Für Erben, die keine Ahnung haben, was sie da geerbt haben, werden wir gelegentlich einen eigenen Artikel verfassen.

1. Seien Sie realistisch!

Wichtig ist zunächst, dass Sie mit sich selbst rücksichtslos ehrlich sind. Es ist klar, dass sich alle Auktionshäuser um perfekt erhaltene Münzen mit weit zurückreichender Provenienz reißen, die lange nicht auf dem Markt gewesen sind. Aber wer hat die schon? Die meisten von uns haben die Sammlung, die sie sich mit ihren oft begrenzten Mitteln leisten konnten. In der Sammlung gibt es bessere und schlechtere Stücke. Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick und dann vergleichen Sie, in welchem Auktionshaus ähnliches Material angeboten wird, wie Sie es haben. Ein Auktionshaus, in dem häufig Münzen wie Ihre angeboten werden, hat am ehesten genau den Kundenkreis, der die Qualität Ihrer Münzen einzuschätzen und mit möglichst hohen Geboten zu würdigen weiß.

2. Suchen Sie den Fachmann für genau Ihr Gebiet

Nicht nur die Qualität ist wichtig, um den optimalen Kundenkreis zu ermitteln. Mindestens genauso wichtig ist Ihr Sammelgebiet. In dem Moment, in dem Sie sich auf ein Gebiet spezialisiert haben, macht es Sinn, den Händler herauszufinden, der sich am besten mit dem Gebiet auskennt. Das Sammelgebiet „Islam“ ist da ein einleuchtendes Beispiel. Natürlich kann man islamische Münzen in jedem Auktionshaus versteigern lassen, aber nur die wenigsten Auktionshäuser sind in der islamischen Welt so gut vernetzt, dass die Sammler aus Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt bei diesem Auktionshaus bieten.

In geringerem Maße gilt das auch für andere Gebiete: US-amerikanische Münzen verkaufen sich einfach am besten in den USA – oder bei einem Auktionshaus das in den USA genauso gut vernetzt ist wie ein us-amerikanisches Haus. Französische Münzen sollten sie in einem Auktionshaus anbieten, in dem französische Sammler in ihrer Muttersprache bieten können. Antike Münzen sollten nur beim Spezialisten für antike Münzen versteigert werden und so weiter. Schauen Sie sich an, ob Ihr angestrebtes Auktionshaus bereits Auktionen in diesem Gebiet durchgeführt hat und welche Preise erzielt wurden. Das gibt Ihnen eine Vorstellung, ob es den richtigen Kundenkreis für Ihr Spezialgebiet besitzt.

3. Die Quadratur des Kreises: Zusammenarbeit

Sie sammeln – nur um ein Beispiel zu nennen – französische Münzen, haben dies ein Leben lang über ihren lokalen Händler getan und fangen jetzt an zu zweifeln, ob genau dieser Händler die richtige Wahl für den Verkauf sein könnte? Sie möchten ihn nicht verletzen, weil sich in all den Jahren eine freundschaftliche Bindung ergeben hat? Dann fragen Sie ihn, ob er sich eine Zusammenarbeit mit einem geeigneten Auktionshaus vorstellen könnte. In so einem Fall hilft Ihnen Ihr lokaler Händler, das optimale Auktionshaus vielleicht in Frankreich oder anderswo zu finden; er wird die Bedingungen verhandeln und den Transport übernehmen. Natürlich erhält er dafür ein paar Prozente des Gewinns, aber die spielen Sie locker wieder ein, indem Sie sein Fachwissen anzapfen und so das optimale Auktionshaus finden.

4. Schauen Sie, was ein Händler tut, um eine Sammlung zu bewerben

Wirklich wichtig ist auch die Frage, was ein Händler unternimmt, um Ihre Sammlung zu bewerben. Auf welchen Auktionsportalen ist er unterwegs? Auf allen Marktführern oder nur auf einer Billigvariante? Macht er Werbung in den wichtigsten numismatischen Organen? Verschickt er Newsletter an seine Kunden? Wenn ja, wie viele, mit welchem Inhalt? Welche Werbemittel stehen ihm sonst noch zur Verfügung? Podcasts, Blogbeiträge, Auktionsvorberichte? Fährt er zu Münzbörsen im In- und Ausland? Wie aktiv ist er auf dem numismatischen Markt? Ganz klar, je aktiver ein Händler ist, umso größer ist die Chance, dass möglichst viele Menschen Ihre Münzen sehen.

5. Und welche Rolle spielen die Prozente?

Soll ich Ihnen meine ganz ehrliche Überzeugung mitteilen: Die Prozente, die Ihnen ein Händler für Ihre Einlieferung abnimmt, sind eigentlich Nebensache. Ich bin mir sicher, die Frau, die ihren Teppich beim lokalen Auktionator für eine fünfstellige Summe versteigerte, hätte gerne die doppelte Prozentzahl gezahlt, hätte sie dafür die siebenstellige Summe eingestrichen. Prozente rechnen sich immer auf das Ergebnis und das Ergebnis ist wichtiger als die Frage, ob Sie nun 10, 15 oder 20% zahlen.

6. Limits: Wenn Sie sichergehen wollen

Die Konkurrenz unter Auktionshäusern ist groß. Das bedeutet, dass viele Auktionshäuser Einlieferer mit äußert günstigen Konditionen locken. Sie können es sich also gar nicht leisten, dass Münzen liegen bleiben, weil sie zu hoch geschätzt waren. Das Resultat: Die Schätzungen sind heute ein Witz. Sie entsprechen keinem „Schätzpreis“, sondern einem äußerst niedrigen Startpreis, für den sie das Auktionshaus im Notfall selbst kaufen würde. Das geht in den meisten Fällen gut, da Bieter mittlerweile daran gewöhnt sind, dass sie ein Mehrfaches der Schätzung bieten müssen, wenn sie ein wirklich interessantes Stück haben wollen.

Trotzdem gibt es unglückliche Zufälle. Um zu verhindern, dass ausgerechnet Ihr kostbarstes Stück zu billig zugeschlagen wird, sollten Sie sich vom Auktionator garantieren lassen, dass die Einlieferungsliste mit den Schätzungen rechtzeitig bei Ihnen ist, so dass Sie im Notfall auf die Stücke, die ihnen drastisch unterschätzt scheinen, ein Limit geben können. Das kann mit Kosten verbunden sein, aber die lohnen sich – schon allein für Ihren Seelenfrieden.

7. Ein Vertrag ist eine Selbstverständlichkeit

Ach ja, eigentlich möchte man es gar nicht sagen müssen: Selbstverständlich bestehen Sie auf einen Auktionsvertrag, der Ihnen vorliegt, BEVOR Sie die Einlieferung übergeben. Vertrauen ist gut, ein Vertrag ist besser. Jeder korrekte Auktionator hat Standardverträge, die er für Ihren Spezialfall anpasst. In diesen Verträgen ist alles geregelt, so zum Beispiel wann der erzielte Betrag ausgezahlt wird, wie viele Prozente Ihnen abgezogen werden, was mit den Losen geschieht, die nicht verkauft werden usw.

8. Denken Sie in viele Richtungen

Das Entscheidende, was es vor einer Einlieferung zu bedenken gibt, ist die Frage, was Ihnen wirklich wichtig ist. Soll Ihre Spezialsammlung zusammen versteigert wird, um Ihnen ein numismatisches Denkmal zu setzen? Oder steht für Sie allein der finanzielle Ertrag im Zentrum? Je nachdem werden Sie sich für ein anderes Auktionshaus entscheiden.

Denn wenn Sie den Artikel bis jetzt aufmerksam gelesen haben, dann wissen Sie es: Es gibt nicht DEN BESTEN Auktionator, aber es gibt das beste Auktionshaus FÜR SIE und IHRE SAMMLUNG.

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