972Germany Gold pattern thaler
of Joachim Murat, 1806.
Special Strike
Schätzpreis: 300.000 EUR

947Roman Empire
Aureus
Probus
Schätzpreis: 60.000 EUR

773Ancient Greece
Syracuse
decadrachm by Euainetos
Schätzpreis: 100.000 EUR

1011Belgium
Grand écu d'or
du Brabant
PCGS MS 63
Schätzpreis: 60.000 EUR

1054Chinese Empire,
Gold pattern dollar
Special Strike
Schätzpreis: 200.000 EUR

1753France
Napoleon I
5 franc "République"
Gold pattern
Schätzpreis: 150.000 EUR

1808France
Charles X
Platinium medal of the coronation
Schätzpreis: 80.000 EUR

2122Great-Britain
Charles II
Gold Broad pattern 1660 London
Proof
Schätzpreis: 150.000 EUR

2476Russia
Nicolas I
platinum 12 roubles 1842
NGC MS 63
Schätzpreis: 30.000 EUR

2553USA
20 $ 1921,
Philadephia
PCGS MS 63
Schätzpreis: 100.000 EUR
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Luzern, Leodegar und die größte Schweizer Goldmünze des 16. Jahrhunderts

Am 27. Oktober 2026 präsentiert SINCONA die Lake View Collection. Sie enthält spektakuläre Münzen der Schweiz. Darunter befindet sich ein 20-facher Goldgulden der Stadt Luzern von 1557. Wir erzählen die Geschichte der größten Schweizer Goldmünze des 16. Jahrhunderts.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Ende des Jahres 1524 beschloss der Große Rat von Zürich die Enteignung kirchlicher Güter und schaffte im April 1525 die Messe ab. 1527 floh der Abt von St. Gallen aus der Stadt, da sich die St. Galler den Protestanten angeschlossen hatten. Im Januar 1528 setzte Bern die Reformation in seinen Stadtmauern durch und veranlasste andere Städte, es ihm gleichzutun. 1529 folgten Basel und Schaffhausen, 1530 Neuenburg, 1536 Genf und die Waadt.

Nicht alle öffneten der Reformation ihre Tore. So manche Stadtregierung scheute die Enteignung von Kirchengut und blieb beim alten Glauben. Luzern war die mächtigste und einflussreichste unter ihnen. Sie entwickelte sich zur Anführerin der katholischen Fraktion der Tagsatzung. Bei den zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den altgläubigen und den reformierten Ständen sprach Luzern häufig für die gesamte katholische Partei.

Luzerns Bekenntnis zum Katholizismus illustriert ein Luzerner Donativ des Jahres 1557 im Wert von 20 Goldgulden. Es wurde mit den Stempeln zum Luzerner Taler geprägt. SINCONA offeriert diese Münze im Rahmen der Lake View Collection.

Luzern. 20 Goldgulden 1557, Luzern. Geprägt mit den Stempeln zum Taler. Vermutlich das einzig bekannte Exemplar. Gutes vorzüglich. NGC AU Details. Taxe: 250.000 CHF. Aus Auktion SINCONA 108 (27. Oktober 2026), Nr. 2047.

Luzern. 20 Goldgulden 1557, Luzern. Geprägt mit den Stempeln zum Taler. Vermutlich das einzig bekannte Exemplar. Gutes vorzüglich. NGC AU Details. Taxe: 250.000 CHF. Aus Auktion SINCONA 108 (27. Oktober 2026), Nr. 2047.

Was ist auf dem Luzerner Donativ von 1557 zu sehen?

Die Wappenseite zeigt das Luzerner Wappen zwischen zwei Löwen. Sie halten darüber ein bekröntes Wappen des hl. römischen Reichs zum Zeichen der Reichsunmittelbarkeit. Damit weist der Luzerner Rat darauf hin, dass er nur dem Kaiser unterstellt ist und ihm niemand Weisungen erteilen kann, auch die Tagsatzung nicht.

Um diese Darstellung sind in einem Kreis 15 Vogteiwappen angeordnet. Eine Vogtei ist ein abhängiges Gebiet, das ein Vogt im Namen des Herrschenden verwaltet (und besteuert). Luzern präsentiert mit diesen Wappen also die Größe und den Reichtum seiner Herrschaftsgebiete. Zu ihnen gehören (beginnend mit 1 Uhr): Rothenburg, Entlebuch, Sempach, Triengen, Malters, Kriens, Merenschwand, Ebikon, Weggis, Horw, Habsburg, Münster, Sursee, Ruswil und Willisau.

Die andere Seite trägt eine lateinische Inschrift, die in Übersetzung bedeutet: Dem hl. Leodegar, dem Patron von Luzern. Im Feld oben ist die Datierung 1557 zu sehen.

Die abgebildete Szene schildert das Martyrium des hl. Leodegar. Der Bischof, gekleidet in die liturgischen Gewänder mitsamt der Mitra, sitzt rechts auf einem hohen Thron. Ein bewaffneter Ritter kommt von links. Er benutzt einen großen Bohrer, um dem hl. Leodegar die Augen auszustechen.

Die Blendung des hl. Leodegar. Schweizer Glasmalerei des 16. Jahrhunderts, heute in der King's College Chapel / Cambridge. Foto: KW.

Die Blendung des hl. Leodegar. Schweizer Glasmalerei des 16. Jahrhunderts, heute in der King’s College Chapel / Cambridge. Foto: KW.

Wer war der hl. Leodegar?

Der hl. Leodegar, dessen Fest die katholische Kirche am 2. Oktober begeht, ist eine historische Gestalt, deren Biographie gut bezeugt ist. Er wurde 616 im Reich der Merowinger geboren. Da bereits sein Onkel ein hohes Kirchenamt bekleidete, brachte es auch Leodegar weit in der kirchlichen Hierarchie. 659 ernannte ihn die Königin zum Bischof von Autun. In dieser Funktion setzte er mittels eines Konzils durch, dass die irische zu Gunsten der benediktinischen Klosterregel abgeschafft wurde. Dies war keine kirchliche, sondern eine politische Entscheidung, wie wir Leodegar überhaupt eher als Machtpolitiker denn als Vorkämpfer des Christentums verstehen sollten. Während die benediktinische Regel dem Bischof die oberste Macht über ein Kloster zusprach, unterstand ein Kloster gemäß der irischen Regel ausschließlich dem eigenen Abt. Mit dieser und vielen anderen Maßnahmen entwickelte sich Leodegar zu einem Vorkämpfer des lokalen Adels, der zu seiner Zeit das Monopol auf die hohen kirchlichen Ämter hatte.

Leodegars Gegenspieler hieß Ebroin. Er versuchte als Hausmeier von Neustrien den Einfluss des Adels zu Gunsten der Zentralmacht zu vergrößern. Es kam zu einer Schlacht zwischen den Truppen Ebroins und Leodegars. Leodegar unterlag, und Ebroin ließ ihn, den Gebräuchen der Zeit folgend, erst verstümmeln, dann am 2. Oktober 679 töten.

Nach seinem Tod wurde Leodegar vor allem in Benediktinerklöstern verehrt. Das benediktinische Kloster Murbach im Elsass brachte seine Verehrung nach Luzern. Es besaß auf Luzerner Grund umfangreiche Besitzungen, die es mittels eine Propstei verwaltete. Als geistiges Zentrum dieser Propstei entstand St. Leodegar im Hof, heute ein Luzerner Wahrzeichen.

Warum thematisiert Luzern den hl. Leodegar auf seinen Münzen?

Einen Heiligen als Schutzherrn zu haben, war in der frühen Neuzeit ein entscheidendes Argument. Gläubige erwarteten von „ihrem“ Heiligen, dass er zu ihren Gunsten in das politische und militärische Geschehen eingriff. Indem Luzern seinen Reichtum durch das prachtvolle Donativ, seine Macht durch die darauf dargestellten Vogteiwappen und seinen himmlischen Schutz durch die Abbildung des hl. Leonhard präsentierte, vermittelte es den Betrachtern dieses Donativs eine Botschaft: Dank dem hl. Leodegar besitzt Luzern Reichtum und Macht. Und dank dem hl. Leodegar wird Luzern diesen Reichtum und diese Macht auch in Zukunft behalten – allen Feinden zum Trotz.

Was ist das Luzerner Donativ von 1557 wert?

SINCONA schätzt das Luzerner Donativ im Gewicht von 20 Gulden resp. 65,39 g auf 250.000 Franken. Dies ist ein verglichen zu Seltenheit und Bedeutung relativ niedriger Preis, der leicht überstiegen werden kann. Denn Großgoldmünzen des 16. Jahrhunderts sind extrem selten. Zentraleuropa besaß vor der Eroberung der Neuen Welt nur wenig Gold. Deshalb wurden wenige schwere Goldmünzen geprägt und noch weniger haben sich erhalten. Von allen erhaltenen Schweizer Großgoldmünzen des 16. Jahrhunderts ist diese, wohl nur in einem einzigen Exemplar bekannte, bei SINCONA angebotene Münze die schwerste. Stellt man eine Liste der schwersten Goldmünzen der Alten Eidgenossenschaft auf, steht diese Münze wahrscheinlich auf der sechsten Position.

Für seine Entstehungszeit ist das Donativ außergewöhnlich gut ausgeprägt und gut erhalten. Allerdings wurde es – wie zur Zeit seiner Entstehung üblich – in den Feldern leicht geglättet, um so seine Attraktivität zu erhöhen. Diese zeitgenössische Überarbeitung wird durch den von NGC verliehenen Grade nicht adäquat abgebildet. Man kann auf eine handgeprägte Münze des 16. Jahrhunderts nicht so einfach ein Bewertungsschema übertragen, das für maschinengeprägte Münzen des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Dieser der Schönheit der Münze nicht angemessene Grade könnte ihr bei Investoren schaden. Sammler dagegen werden die einmalige Schönheit dieses Stücks zu würdigen wissen. Die Frage ist offen, ob Sammler bereit sind, ähnlich hohe Preise zu zahlen wie Investoren, die sich nur auf Erhaltungen verlassen.

Wir halten Sie hinsichtlich des Ergebnisses auf dem Laufenden!

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