

AV Tetradrachme (282-272 v. Chr.),
König Ptolemaios II. und Königin Arsinoe II.
Aus der großen Sammlung der Münzstätte Alexandria.
Erhaltung: ss+

50 Deutsche Mark o.D. ( 1948-1949) "Liberty".
Erhaltung: extrem selten, I

AR Stater (361-334 v. Chr.).
Vs. Baal von Tarsos.
Erhaltung: vz

Taler 1780 SF
mit Gegenstempel Dschibuti (1870-1900).
Erhaltung: ss

1 Talar 1. Dezember 1810.
Erhaltung: III-IV

1 Dollar 1.3.1907, Tsingtau.
Erhaltung: sehr selten, restauriert

Königlich Bayerisches Allgemeines Anlehen.
8,75 Mark 1.3.1919.
Erhaltung: selten, I
Was läuft schief beim COTY? Vorschläge zu einer Reform
Ich hatte ein Déjà-Vue, als ich die Siegerliste des COTY las: Drei Preise für die Münze Österreich, drei Preise für die Monnaie de Paris, und die inspirierendste Münze kommt aus der Ukraine. Genau wie letztes Jahr. Spiegelt dieses Ergebnis wirklich den Markt? Oder ist der COTY reformbedürftig?
von Ursula Kampmann
Inhalt

Die Münze Österreich und die Monnaie de Paris als die großen Gewinner des COTY – nicht 2026, sondern 2025. Foto: UK.
Haben Sie jemals verstanden, was die verschiedenen Kategorien des COTY bedeuten? Innovativ kann ich mir ja gerade noch vorstellen, aber ist nicht jede gute Münze künstlerisch? Und was bitte bedeutet inspirierend? Überhaupt, wer kann mir den Unterschied zwischen der besten Silbermünze und der besten Crown erklären? Wieso können Münzen aus derselben Serie mal in der einen, mal in der anderen Kategorie gewinnen? Wer wählt die Münzen aus, die die Jury beurteilt? Wer teilt sie den Kategorien zu? Und wie setzt sich die Jury zusammen, die über die Münzen urteilt?
Mit anderen Worten: Wie kann es passieren, dass dieselben Münzstätten in sieben Kategorien des COTY zwei Jahre hintereinander gewinnen?
Die Kategorien sind Blödsinn!
Um gleich mit der wesentlichen Kritik zu beginnen: Die Kategorien sind historisch gewachsener Blödsinn, der bei seiner Einführung durchaus Sinn machte. Als die meisten Kategorien definiert wurden, prägte man nämlich Gedenkmünzen mit der gleichen Technik wie Umlaufmünzen. Deshalb stand das Design und das Material im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nicht zu vergessen die Größe – sie ist es nämlich, die die beste Crown definiert.
Heute dagegen ist es die Technik, die zählt. Wie will man eine Münze, die mit großem Aufwand und unterschiedlichsten technischen Prozessen hergestellt wurde, mit einer Münze vergleichen, die eine Auflage von mehreren Zehntausend Stück hat?
Wir brauchen also eine wirklich grundlegende Reform der Kategorien. Einfach eine Kategorie hinzufügen, eine wegnehmen, nutzt nichts. Wir müssen weg vom Motiv, hin zur Prägetechnik. Das Prägerelief macht zum Beispiel den Unterschied! Handelt es sich um eine Hochreliefprägung oder um eine Prägung in Umlaufqualität mit einem Prägerelief um die 0,5 mm? Wurde Farbe aufgetragen oder nicht?
Oder man unterscheidet nach Funktion: Umlaufmünze, Anlagemünze und Sammlermünze. Wobei es bei Sammlermünzen noch Sinn machen würde, unterschiedliche Kategorien hinsichtlich der Auflage zu bilden. Bis 1.000 Stück, bis 10.000 Stück, über 10.000 Exemplare. Oder gefällt Ihnen eine Einteilung nach staatlichen und privaten Münzstätten besser?
Eine Beschränkung der Einreichungen
Die Münze Österreich und die Monnaie de Paris gehören regelmäßig zu den Münzstätten, die den COTY dominieren. Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Bei der Monnaie de Paris könnte es – genau wie übrigens bei der Royal Canadian Mint, ein regelmäßiger Preisträger, der die letzten beiden Jahre merkwürdigerweise leer ausging – damit zusammenhängen, dass jede der beiden Münzstätten alleine so viele Typen und Varianten von Sammlermünzen im Quartal prägt wie 10 durchschnittliche europäische Münzstätten zusammen im Jahr. Okay, ich habe es nicht gezählt. Dies war ein gefühlter (und wahrscheinlich übertriebener) Wert. Aber trotzdem: Wer viel prägt, hat automatisch eine größere Chance, den COTY zu gewinnen.
Das kann man wollen. Dann ist es okay. Oder man möchte eine größere Diversität der Preisträger. Dann sollte die Zahl der Einreichungen pro Münzstätte beschränkt sein.
Das Gesetz der Serie
Bei der Münze Österreich liegt der Fall ein klein bisschen anders. Er hängt nicht mit ihrem großen Output zusammen. In Wien hat man sich bewusst entschieden, im Interesse der Sammler „nur“ 20 Ausgaben pro Jahr vorzustellen. Aber einige Serien sind einfach derart fantastisch gelungen, dass ihre Ausgaben Jahr für Jahr einen COTY absahnen.
Kann man das überhaupt ein Problem nennen? Ich finde, man kann. Denn eine (zu) hohe Zahl an Auszeichnungen entwertet jeden Preis.
Das beste Beispiel dafür ist die Niob-Serie der Münze Österreich, die allein mehr Preise abgeräumt hat als andere Münzstätten in ihrer gesamten Geschichte. Niob-Münzen erhielten elf Mal den Titel der besten Bi-Metall-Münze der Welt! Und zwar zwischen 2020 und 2026 sieben Mal in Folge. Niemand ist bei der Preisverleihung mehr überrascht oder erfreut, wenn wieder eine der wirklich gelungenen Niob-Münzen gewonnen hat. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden – und das ist traurig.
Die Niob-Münzen sind das beste, aber nicht das einzige Beispiel. Vergleichbares passiert aktuell bei den Münzen der Serie „Faszination Universum“ und der Nachfolgeserie „Schönheit des Universums“. Ehrlich, ich finde die Kombination von Special Shape und Curved mit einem genialen Farbauftrag auch unglaublich gelungen. Aber dass fünf von sechs Münzen dieser Serie einen COTY gewannen – mal in der Kategorie der innovativsten Münze, mal der besten Silbermünze, mal der kunstvollsten Münze -, das finde ich kontraproduktiv. Ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass zwei Ausgaben der Serie den Gesamtsieg davontrugen.
Sie meinen, ich hätte mich auf die Ausnahme gestürzt? Aber nein, das passiert immer wieder, selbst bei „ganz normalen“ Münzen ohne technischen Schnickschnack. So erhielten zwei von drei Ausgaben der Serie „Das weiße Gold des Salzkammerguts“ einen COTY in der Kategorie historisch bedeutend. Dass nicht alle drei ausgezeichnet wurden, dürfte daran liegen, dass zwei Ausgaben im selben Jahr erschienen…
Nun macht es natürlich Sinn, die aufwändige Entwicklung und die großartigen Stempelschneider, die solche Serien gestaltet haben, zu würdigen. Deshalb schlage ich vor, das COTY-Regelwerk folgendermaßen zu ändern: Münzen einer Serie können nur so lange beim COTY als Einzelausgaben eingereicht werden, bis sie einen Preis gewonnen haben. Zum Ausgleich gibt es einen neuen Preis, der ausschließlich für Serien (ab der 3. Ausgabe) verliehen wird. Von mir aus kann eine Serie dann mehrfach hintereinander prämiert werden – oder auch nur so lange, bis sie einen COTY gewonnen hat.
Beurteilt werden Fotos, nicht Münzen!
Sie haben es vielleicht schon gemerkt. Auch ich gehöre zur Jury des COTY, und ich wundere mich immer wieder darüber, welche Münze als innovativste Prägung ausgezeichnet wird. Das kann zwei Gründe haben: Entweder ich verstehe nicht, warum die Münze, die ausgezeichnet wird, so innovativ ist. Oder die anderen verstehen nicht, warum die Münze, die ich bevorzuge, viel innovativer gewesen wäre. Wahrscheinlich ist es beides, denn um eine Innovation zu verstehen, braucht es nicht nur ein kommentarloses Foto, sondern eine Erklärung sowie eine andere Form der Darstellung – Münzen sind längst nicht mehr die eindimensionalen Objekte, die ein Foto der Vorder- und eines der Rückseite realistisch abbildet.
Die traditionelle Form, wie das Material der Jury vorliegt, ist für die Kategorie „innovativ“ völlig unbrauchbar. Kein Wunder, dass die beiden Münzen, die unsere Gedenkmünzenprägung völlig revolutioniert haben – ich spreche von der ersten Farb- und der ersten Hochreliefmünze -, keinen Preis gewonnen haben.
Wie reicht man eigentlich Münzen ein?
Ich wollte mich für diesen Artikel im Internet schnell mal schlau machen, wie das Einreichungsverfahren für den COTY funktioniert und wie viel Aufwand das Einreichen einer Münze darstellt. Das Ergebnis: ich bin kläglich gescheitert. Ich habe keine Information gefunden. Nur, dass die Veranstalter einen Verteiler haben, über den sie ihre Kontakte anschreiben, interessante Ausgaben zu melden.
Dieser Missstand ließe sich wohl am schnellsten beheben: Egal, um welche Auszeichnung es sich handelt, es braucht eine Website, die leicht zugänglich das Meldeverfahren erklärt – und die bisherigen Preisträger präsentiert. Selbstverständlich sollte dort auch der Vorgang der Auswahl des Preisträgers genau beschrieben werden.
Klasse statt Masse!
Und damit kommen wir zur Jury. Mal ganz abgesehen davon, dass in meinen Augen die Namen und die Kompetenz derjenigen offen gelegt werden muss, die die Vorauswahl treffen. Sicher ist es nicht eine möglichst hohe Anzahl von Jury-Mitgliedern, die für ein gerechtes Ergebnis sorgt, sondern ihr Wissen und ihre Integrität.
Ich habe ein Problem damit, dass ein Preis für die beste Münze der ganzen Welt von einer Jury verliehen wird, in der drei Nationen dominieren: die USA (24 Mitglieder), Deutschland (15 Mitglieder) und China (13 Mitglieder). Damit stellen alleine diese drei Nationen 48% aller Entscheider!
Die Welt ist ein bisschen größer. Was für großartige Münzen entstehen zum Beispiel in Asien! Von dort kommen – abgesehen von China natürlich – nur vier der Jury-Mitglieder. Südamerika? Hat meines Wissens eine höchst aktive numismatische Szene. Zahl der Jury-Mitglieder? Ganze zwei.
Eine Reform für die Glaubwürdigkeit
Und damit sind wir bei meinem eigentlichen Anliegen gelandet: Es braucht eine Reform des COTY – und nicht allein des COTY. Es gibt viele Preise, die in der Welt der Münzen inzwischen geradezu inflationär verliehen werden. Sie alle sind nett, gut für eine Pressemeldung und Social Media, aber spielen sonst keine entscheidende Rolle.
Die Frage ist jetzt in meinen Augen, welcher preisverleihenden Institution es gelingen wird, als erste ihre Auszeichnung zu reformieren. Und danach die Öffentlichkeit von der Glaubwürdigkeit der Auszeichnung zu überzeugen.
Sobald das geschehen ist, haben wir wieder einen Preis, der in der numismatischen Welt eine wichtige, richtungsweisende Rolle spielt.











