Wie organisiert man eine Ausstellung?
Im Rahmen des Studiums organisierten Studenten des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte in Wien eine Ausstellung für den Verein des Mödlinger Museums. Andrea Pancheri erzählt von Enthusiasmus, guten Ideen und alltäglichen Problemen.
von Andrea Pancheri
Inhalt

Eleonore Strebl und Obfrau Helga Stangler (v.l.n.r.) eröffnen die Ausstellung. Foto: Jasmin Wagner
Wie organisiert man eine Ausstellung? Vor dieser Fragestellung stehen die Studierenden des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte der Wiener Universität regelmäßig. Es ist Teil ihres Lernprozesses, im Zuge des Numismatik-Studiums eine Ausstellung zu organisieren. Doch dieses Mal wurde es eine, die nicht nur in den begrenzt zugänglichen Räumlichkeiten des Instituts zu sehen ist.
Der Verein des Mödlinger Museums
Wie kam es dazu? Im Zuge einer Exkursion trafen die Studierenden auf die äußerst umtriebige Eleonore Strebel vom Verein des Mödlinger Museums. Und wie das so ist, wenn Personen mit der gleichen Leidenschaft aufeinandertreffen: Da werden Ideen geboren, die spannende und sinnvolle Projekte anstoßen.
Eine Ausstellung: Zwei Seminare in zwei Semestern
In zwei aufeinanderfolgenden Semestern fand am Institut für Numismatik und Geldgeschichte ein Seminar zur Ausstellungserstellung mit jeweils 5 ECTs statt. Dazu gehörte auch die Recherche vor Ort: Zahlreiche Studierende diskutierten nach den Besuchen von numismatischen Ausstellungen in Wien die Fragen: Was ist uns für unsere Ausstellung wichtig? Und was scheint uns vernachlässigbar?
Um eine sinnvolle Antwort darauf zu finden, brauchte es erst einmal eine thematische Eingrenzung für die eigene Ausstellung. Das Thema wurde über den Titel festgelegt: „Verloren – Versteckt – Wiederentdeckt. 2.000 Jahre Geld in Mödling“.
Danach wurden die Entwürfe für die Vitrinen-Inhalte erarbeitet und die zugehörigen Texte ausformuliert, die von Helmut Lotz und Max Resch im Anschluss überarbeitet wurden.
Jede Ausstellung braucht Sponsoren!
Auch wenn viele Aspekte dieser Ausstellung kostenlos durch die Studierenden bzw. den Museumsverein Mödling umgesetzt wurden, war schnell klar: Es geht nicht ohne Sponsoren. Die Geldgebersuche ist meiner Meinung nach eine der schwierigsten Aufgaben einer Ausstellung. In Zeiten hoher Inflation und stagnierender Gewinne schafften es die Studierenden, das Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank, das Auktionshaus H. D. Rauch und den Schöller Münzhandel zu motivieren, sich finanziell oder materiell zu beteiligen.

Einblick in den Aufbau der Sonderausstellung. Foto: Eleonore Strebl (Museum Mödling)
Die Umsetzung
Mit der erfolgreichen Sponsorensuche endete das erste Semester. Nun begann die Umsetzung in eine reale Ausstellung. Dies geschah in der zweiten Lehrveranstaltung im Sommersemester 2026. Die finale Auswahl nach vorheriger Sichtung der verfügbaren Objekte wurden festgelegt und von Max Resch fotografiert. Bereits bei der Konzepterstellung wurde besprochen, dass auch ein Audio-Guide nicht fehlen darf. Die Studierenden haben sich die Inhalte überlegt, die Texte geschrieben und im Anschluss auch selbst eingesprochen. Ein Großteil der Texte des Audio-Guides und der Vitrinentexte fand Eingang in die Ausstellungsbroschüre.
Der Aufbau der Ausstellung schließlich erfolgte, unterstützt von den Museumsvereinsmitgliedern, ebenfalls von den Studierendenden.

Die Studierenden mit Max Resch und Helmut Lotz kurz vor der Eröffnung. Foto: Barbara Sambor (Museum Mödling)
Eröffnung
Bei der Ausstellungseröffnung war ich selbst vor Ort und konnte sehen, wie sehr sich die Studierenden über ihre Ausstellung und den positiven Rückmeldungen der Besucher freuten. Die Ausstellung läuft noch bis 10. Oktober 2026. Nähere Information über die Website des Museums

























