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The Munich Show: Interview mit den Messemachern

Vom 23. bis zum 25. Oktober 2026 wird The Munich Show erstmals einen numismatischen Bereich enthalten. The Munich Show war bisher die größte europäische Messe für Mineralien, Fossilien und Edelsteinen. Wie ist The Munich Show dazu geworden? Und wie will sie sich auf dem numismatischen Markt positionieren. Ein Interview.

von Ursula Kampmann

Inhalt

Gold aus der Round Mountain Mine / Nevada. Sonderschau The Munich Show 2023. Foto: KW.

Gold aus der Round Mountain Mine / Nevada. Sonderschau The Munich Show 2023. Foto: KW.

Mehr als 1.000 Aussteller aus 67 Nationen kommen regelmäßig im Oktober auf 50.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in fünf Messehallen zusammen, um den fast 50.000 Besuchern ein einmaliges Angebot zu bieten. Erstmals wird es zusätzlich einen numismatischen Fachbereich geben. Wir haben Christoph Keilmann dazu einige Fragen gestellt. Unter seiner Leitung entwickelten sich die Münchner Mineralientage zu einem internationalen Event.

Geschichte der Veranstaltung

MW: Herr Keilmann, zuerst die alles entscheidende Frage: Sammeln Sie selbst? Oder sind Sie über den Handel mit Mineralien zum Messeorganisator geworden? Fällt es Ihnen deshalb so leicht, sich in das einzufühlen, was sich ein sammelnder Besucher und ein ausstellender Händler wünscht?

Christoph Keilmann: Tatsächlich bin ich mit den Mineralientagen, wie sie früher hießen, groß geworden. Mein Vater hat als Mineraliensammler und -händler die Messe 1964 gegründet und über die Jahrzehnte entwickelt. Von ihm habe ich viel über die Seele der Sammler, aber auch die Bedürfnisse der Händler gelernt. Er hat zudem schon früh mit Sonderschauen, Kinderaktionen und anderen Erlebnisangeboten neue Zielgruppen angesprochen und für das Thema interessiert. Seit ich vor rund 20 Jahren die Geschäftsführung übernommen habe, sind wir diesen Weg erfolgreich weiter gegangen, haben neue Sortimente integriert und die Munich Show zu einem Event-Highlight ausgebaut. Meinen persönlichen „Sammlermoment“ darf ich dabei jedes Jahr aufs Neue erleben, wenn es um die Kuratierung der Sonderschau geht, und wir mit den Sammlern und Museen aus aller Welt die Auswahl der Objekte treffen. Das ist immer eine ganz besondere Aufgabe und eines meiner Highlights.

Organisation der Munich Show

MW: Sammeln ist natürlich mit Leidenschaft verbunden. Nichtdestotrotz: Wer jedes Jahr 50.000 Quadratmeter Hallenfläche mietet, muss sauber kalkulieren. Können Sie uns eine Vorstellung geben, wie groß das Event ist. Wie viele Leute arbeiten zum Beispiel mit, um das perfekte Erlebnis zu schaffen?

Christoph Keilmann: Die Dimensionen sind für unseren kleinen Betrieb durchaus gewaltig. Allein unser Team wächst in den vier Wochen vor und nach der Messe auf rund 120 Mitarbeiter an. Hinzu kommen die vielen Gewerke wie Elektriker, Teppichleger, Wand- und Messebauer, Grafik, Dekoration, Sicherheit, Logistik und natürlich die Gastronomie. Das sind dann in Summe bestimmt rund Tausend Personen, die direkt oder indirekt zum Erlebnis „Munich Show“ beitragen.

MW: Sie haben die Entscheidung, einen numismatischen Teil in The Munich Show zu integrieren, an der NUMISMATA verkündet. Wie sieht es denn aus, haben Sie schon Anmeldungen? Auf welches Echo sind Sie in der Fachwelt gestoßen?

Christoph Keilmann: Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder mit verschiedenen Vertretern aus dem numismatischen Bereich die Möglichkeit einer Integration in die Munich Show durchgesprochen, die konkrete Entscheidung fiel dann aber tatsächlich erst Anfang diesen Jahres. Die Resonanz ist äußerst positiv und wir freuen uns sehr, dass bereits viele namhafte Firmen ihre Teilnahme zugesagt haben. Dazu zählen bekannte Auktionshäuser wie Emporium Hamburg, Heritage, Künker, Gorny & Mosch oder Rhenumis aber auch spezialisierte Händler aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Griechenland oder Südosteuropa. CIT wird aus Liechtenstein kommen; und Dienstleister wie PCGS oder CIT und SAFE sind dabei. Dazu kommen noch viele weitere Aussteller. Die Besucher dürfen sich schon jetzt auf ein breites und attraktives Angebot freuen!

MW: Was tun Sie, um für Händler ein optimales Umfeld zu schaffen? Ich denke jetzt mal in erster Linie an die Organisation und die Sicherheit.

Christoph Keilmann: Die Munich Show findet im Unterschied zu den meisten Sammlerbörsen auf einem richtigen Messegelände statt. Das stellt uns als Veranstalter vor Herausforderungen im Kostenmanagement, aber bringt für Besucher wie Aussteller eine große Erleichterung in der Anfahrt, der Logistik vor Ort und eben auch der Sicherheit. Wir können auf die gesamte Infrastruktur der Messe München zurückgreifen, inklusive des Sicherheitskonzeptes und haben alle Dienstleister direkt vor Ort. Konkret bedeutet das eine 24-Stunden-Überwachung der Hallen und des Geländes, einen BRINKS-Overnight-Lagerservice für Aussteller und sämtliche Gewerke wie Messebau, Vitrinenverleih oder ähnliches im Zugriff. Das Messegelände ist außerdem in rund 20 Minuten vom Münchner Hauptbahnhof mit der U-Bahn bequem erreichbar sowie direkt an der A94 gelegen und es stehen vor Ort ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Vor zwei Jahren haben wir 50 Jahre Zusammenarbeit mit der Messe München gefeiert. Die Munich Show ist damit der dienstälteste Gastveranstalter und wir haben entsprechend Erfahrung mit dem Gelände sowie gewachsene Kontakte zu allen beteiligten Dienstleistern.

Sonderschauen

MW: In den Münchner Medien ist The Munich Show für ihre großartigen Sonderschauen berühmt. Wissen Sie schon, was die Besucher im Oktober 2026 erwarten wird?

Christoph Keilmann: Das übergreifende Thema der Sonderschauen in diesem Jahr ist „Pioneers & Legends“. Wir betrachten das Thema in der Mineraliensonderschau umfassend, von innovativen Sammlern über die Entwicklung des Handels, der Fachmedien und der wissenschaftlichen Betrachtung bis hin zu Vorreitern beim Einsatz digitaler Medien und Möglichkeiten für die Mineralogie. Paläontologisch beschäftigen wir uns mit der Britin Mary Anning, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Frau von jeglicher Bildung quasi ausgeschlossen war, aber durch Selbststudium und mit Leidenschaft bahnbrechende Funde gemacht hat, die noch heute wegweisend für die Fossilien-Forschung sind. In der kulturhistorischen Sonderschau, die wir gezielt im Numismatikbereich platzieren, geht es um das Leben des Bayerischen Märchenkönigs Ludwig II.. Ganz besonders freuen wir uns aber, dass die bayerische Numismatische Gesellschaft mit einer eigenen Sonderschau „Mit Sammleraugen — Die schönste Medaille!“ ein Highlight für den Numismatikbereich schafft.

In allen Sonderschauen dürfen sich die Besucher auf außergewöhnliche und vielfältige Exponate freuen. Dafür sind wir bereits wieder mit vielen renommierten Museen und Sammlern aus aller Welt in Kontakt. Im Schnitt nehmen jedes Jahr rund 100 Institutionen und Personen als Leihgeber an den Sonderschauen teil.

Pressearbeit

MW: Viele glauben, dass The Munich Show der Numismatik wegen ihrer großen medialen Präsenz mehr Aufmerksamkeit verschaffen kann. Erzählen Sie doch ein bisschen, wie bei Ihnen die Pressearbeit aussieht, und wo Sie Werbung für die Veranstaltung machen.

Christoph Keilmann: Für meinen Vater war es von Anfang an wichtig, neben der Community auch die breite Öffentlichkeit zur Veranstaltung einzuladen, Erlebnisflächen zu schaffen und unser Thema zugänglich zu machen. Die Sonderschauthemen und Objekte sind hier für die Pressearbeit wesentlich, und wir sind sicher, mit König Ludwig II. und entsprechend spektakulären Exponaten den Medien ein zugkräftiges Thema zu bieten, von dem auch der Numismatikbereich profitiert. Darüber hinaus fahren wir aber ab September jeden Jahres zum Schuljahresbeginn eine große Kampagne in München und Oberbayern mit Radiowerbung, Großflächenplakaten, Zeitungsbeilagen klassischen Anzeigen und natürlich Social Media. Über unser Kanäle erreichen wir hier regelmäßig rund 50.000 Follower und verschicken jeden Monat unsere Newsletter an über 30.000 Empfänger. Hinzu kommen Schulmailings und Flyerverteilungen an Bildungseinrichtungen und Familienaffinen Orten.

Die Numismatik wird hier entsprechend prominent mit aufgenommen, insbesondere auch in unser Magazin, das mit rd. 150.000 Exemplaren in und um München verteilt wird.

MW: Sie arbeiten ja sehr international. Sie waren Mitgründer des HardRock Summit in Denver. Wie bereichert diese internationale Tätigkeit die Münchner Veranstaltung?

Christoph Keilmann: Denver ist ein gewachsener Standort für den Mineralienhandel in den USA im Herbst. Nach Corona hat sich hier die Möglichkeit für eine neue Veranstaltung ergeben, die wir mit einem amerikanischen Partner genutzt haben. Mit rund 300 Ausstellern ist Hardrock Summit nur etwa ein Viertel so groß wie München, aber dafür auf hochwertige Objekte fokussiert. Wir haben das Denver-Projekt allerdings weniger gestartet, um uns zu internationalisieren, sondern vielmehr um für unsere Aussteller diese Plattform, die damals große Probleme hatte, zu erhalten und zu stabilisieren. Beide Veranstaltungen ergänzen sich aber inzwischen sehr gut und auch Hardrock Summit entwickelt sich sehr positiv. Allerdings bin ich immer wieder – trotz der eigentlich relativ kleinen Mineralienwelt – fasziniert, wie unterschiedlich kraftvoll der europäische und der amerikanische Markt sind, und wie hier Dinge gut funktionieren, die dort gar nicht gehen und umgekehrt.

MW: Jetzt zur praktischen Seite. Was zahlt der Sammler an Eintritt, und wo kann er sein Ticket erwerben? Gibt es einen Rat, den Sie einem Besucher mitgeben wollen?

Christoph Keilmann: Kurz vorweg: Der Numismatikbereich der Munich Show öffnet ja erst am Freitag, 23. Oktober, während die anderen Bereiche schon am Donnerstag anfangen. Donnerstag und Freitag sind Fachbesuchertage, das heißt, auch für den Numismatikbereich ist am Freitag ein Händlernachweis erforderlich. Am Samstag und Sonntag ist die Veranstaltung dann für alle Sammler und dass Publikum geöffnet.

Tickets gibt es ab sofort in unserem Online-Shop. Bis 15.08. gibt es dort einen Frühbucherrabatt wodurch man 2,- EUR auf den Ticketpreis spart. Die Tagestickets für den Fachbesucher-Freitag kosten 30 EUR, für Samstag und Sonntag jeweils 20,- EUR. Eine Dreitageskarte (Fr.-So.) kostet 50,- EUR, die Zweitageskarte für Samstag und Sonntag 30,- EUR. Ermäßigte Tickets für Kinder bis 14. Jahren sowie Rentner und andere berechtigte Personen gibt es gegen Vorlage entsprechender Ausweise an den Tageskassen für 14,- EUR.

Mein Tipp ist immer, sich sein Ticket vorab online zu kaufen um Wartezeiten an den Kassen zu sparen. Die Fachbesucherregistrierung mit Upload entsprechender Nachweise ist ebenfalls online möglich. Außerdem ist unser Messegelände sehr gut öffentlich erreichbar, sodass ich immer dazu rate, sich die Parkgebühren und den Stau zu ersparen und mit der U2 bis Messestadt WEST zu fahren, von dort sind es nur rund 200 Meter bis zum Eingang der Munich Show.

MW: Jetzt die andere Seite: Wie steht es mit den Händlern? Wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten? Sind noch Tische frei?

Christoph Keilmann: Wir sind noch in der Einteilungsphase für den Numismatikbereich und können Anmeldungen weiterhin berücksichtigen. Bei Interesse empfehle ich hier ebenfalls, sich über unsere Website als Aussteller zu registrieren. Dort sind dann alle Anmeldeunterlagen zum Download verfügbar. Außerdem steht unser Team online oder telefonisch unter 089/6134711 für alle Fragen rund um die Teilnahme immer gerne zur Verfügung.

Christoph Keilmann, CEO und Organisator der Munich Show

Christoph Keilmann, CEO und Organisator der Munich Show

MW: Kommen wir zum Schluss. Meine drei letzten Fragen. Bitte jede nur in einem einzigen Satz beantworten: Was unterscheidet Sie von anderen Münzmessen?

Christoph Keilmann: In München werden die Leidenschaft für die Objekte und die Freude am Sammeln themenübergreifend und für Außenstehende ansteckend sichtbar.

MW: Warum sollte ein Händler zur Munich Show kommen?

Christoph Keilmann: Die Munich Show erzeugt Aufmerksamkeit und Interaktion in der Community. Wer hier ausstellt, findet dort auch statt.

MW: Warum sollte ein Sammler zur Munich Show kommen?

Christoph Keilmann: Für unsere Besucher ist die Munich Show ein Event, auf das sie sich das ganze Jahr freuen. Hier können Sie die schönsten Objekte der Welt aus ihrem Themengebiet live sehen, selber Schätze finden, Freunde und Bekannte treffen, sich austauschen und inspirieren lassen. Wer sich mit Mineralien und Fossilien beschäftigt, für den ist die Munich Show ein Fest und ich würde mich freuen, wenn es uns gelingt, das auch für die Numismatik zu werden.

MW: Wir danken für das Interview. Ich freue mich darauf, Sie in München im Oktober zu sehen.

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