Vercingetorix, 52 v. Chr.
Goldstater.
Sehr selten.
Prägeschwächen, sonst sehr schön.


Denar, 42,
Lagermünzstätte in Kleinasien oder Nordgriechenland.
Sehr selten.
Av. schön. Rv. schön bis sehr schön.

Solidus, unbestimmte Münzstätte.
Äußerst selten. Wohl unediert.
Aus Sammlung Topp.
Fast vorzüglich.

auf die Münzkonvention der drei korrespondierenden
Kreise Bayern, Franken und Schwaben.
Sehr selten, nur wenige Exemplare in Gold bekannt.
Fast Stempelglanz.

Löser zu 10 Reichstalern 1614, Goslar oder Zellerfeld.
Äußerst selten. Aus Altbestand der Preussag in Goslar,
erworben am 28. Februar 1977.
Sehr schön.

Georg. Probe zu 5 Mark 1902.
Äußerst selten, wohl nur dieses Exemplar bekannt.
Vorzüglich bis Stempelglanz aus polierter Platte.

Ferdinand III., 1625-1627-1657.
Vierfacher Schautaler 1629, Prag.
Äußerst selten.
Aus Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel.
Fast vorzüglich.

Sigismund III., 1587-1632.
Portugalöser zu 10 Dukaten o. J.,
vermutlich Krakau.
Äußerst selten.
Gutes sehr schön.

Was ist eine Provenienz?
Provenienzen sind wichtig, das sagt Ihnen heute jeder Münzhändler. Aber für wen und warum und was das überhaupt ist, das verrät Ihnen Ursula Kampmann.
von Ursula Kampmann
Inhalt
Provenienz: Dieser Begriff spielt heute im Münzhandel eine entscheidende Rolle. Provenienzen sind bares Geld wert. Die gleiche antike Münze kann mit einer ordentlichen Provenienz ein Mehrfaches von dem kosten, was sie ohne Provenienz wert ist. Was ist also eine Provenienz?
Definition Provenienz
Das Wort Provenienz kommt vom lateinischen „provenire“. Das Wort bedeutet etwa hervorkommen oder auftreten, und genau das ist auch die Bedeutung von Provenienz. Eine Provenienz umfasst, wo eine Münze – natürlich auch ein Bild oder ein antikes Objekt – herkommt sowie alle Momente, in denen sie das Licht der Öffentlichkeit gesehen hat. Das kann im Rahmen einer Auktion sein – der häufigste Fall. Es kann sich aber auch um eine Ausstellung oder die Auflistung in einer wissenschaftlichen Publikation handeln.
Synonym mit dem Begriff Provenienz wird umgangssprachlich das Wort „Pedigree“ benutzt.
Warum ist die Provenienz wichtig?
Einer der zentralen Streitpunkte im Kulturgüterschutz ist die Frage, wann eine Münze, die auf heute nicht mehr nachweisbaren Wegen in ein Land gekommen ist, sich dort legal aufhält. Dafür haben viele Staaten in ihren neuen Kulturgüterschutzgesetzen Stichdaten – meist das Inkrafttreten des Gesetzes – festgelegt. Wenn eine Provenienz nun eindeutig nachweist, dass eine Münze bereits VOR diesem juristischen Stichdatum in einem Land war bzw. seit diesem Stichdatum über korrekte Im- und Exportpapiere verfügt, ist der rechtliche Status des Stücks relativ klar und leicht nachweisbar.
Warum haben dann nicht alle Münzen eine Provenienz?
Leider hat vor der Diskussion über den Kulturgüterschutz die Provenienz einer Münze kaum interessiert. Das heißt, dass sich viele Sammler früher nicht notiert haben, wo, wann und von wem sie eine Münze erworben haben.
Da zudem der Verkauf von antiken Münzen über das Medium Auktion erst seit der Einführung der digitalen Fotographie zur Regel geworden ist, gibt es von vielen Münzen keinerlei Verkaufsnachweis. Sie wechselten den Besitzer im Rahmen von Verkäufen vom Lager oder während Münzbörsen.
Es gibt sogar Münzen, die sicher aus einer sehr alten Sammlung stammen, aber nicht im Auktionskatalog abgebildet sind, mit dem die Sammlung aufgelöst wurde. Das liegt daran, dass die Anfertigung von Fotos vor dem Ersten Weltkrieg derart teuer war, dass die meisten Auktionatoren ausschließlich die teuersten Münzen abbildeten.
Dass eine Münze KEINE Provenienz hat, heißt also nicht im Umkehrschluss, dass sie vorher nicht bereits im Land war!
Wie ist das mit Münzen, die nach der Antike geprägt wurden?
Das Bewusstsein, wie wichtig eine Provenienz ist, gibt es aktuell eigentlich nur im Bereich der Antike und der extrem teuren US-Münzen, wie sie von Investoren geschätzt werden. In beiden Fällen geht es um die Sicherheit des Investments. So schützt sich ein Anleger im Bereich der antiken Münzen davor, dass das Stück bei einem Widerverkauf von einem Staat reklamiert wird (was übrigens nur sehr, sehr, sehr selten vorkommt, wegen des großen Presseechos aber eine enorme Aufmerksamkeit erhält). Ein Investor in US-Münzen schützt sich so vor einer Fälschung.
Die Kulturgutschutzdiskussion wurde hauptsächlich von archäologischen Kreisen vorangetrieben. Da im Bereich der mittelalterlichen, frühneuzeitlichen und modernen Münzen eher Historiker und Museumskuratoren das Feld beherrschen, interessiert sich kaum jemand für die Herkunft der Münzen. Deshalb notieren nur wenige Sammler die Provenienz ihrer Stücke, und sie wird in Auktionskatalogen auch nicht so häufig angegeben.
Soll ich in Zukunft aufschreiben, woher meine Münzen sind?
Man kann jedem Sammler nur raten, sorgfältig zu dokumentieren, woher seine Münzen stammen. Dies ist nicht nur im Fall eines Verkaufs sinnvoll, sondern auch wenn sich irgendwann, viel später herausstellen sollte, dass es sich bei einem der Stücke um eine Fälschung handelt. Viele etablierte Münzhändler gehören einem Verband an, dessen Mitglieder die Echtheitsgarantie für das, was sie verkauft haben, lange über die vom Staat geforderten Grenzen hinaus übernehmen. Aber auch dann muss ein Sammler erst einmal nachweisen, dass er die Münze bei dem Händler gekauft und wie viel er dafür gezahlt hat.
Außerdem ist es eine Versicherungsfrage: Sollte Ihre Münzsammlung gestohlen werden, können Sie ihren Wert so plausibel machen.
Was mache ich mit den alten Münzzettelchen?
Auf jeden Fall aufheben! Sie sind oft ein zusätzlicher Beweis, wo eine Münze herkommt und wann sie verkauft wurde.
Was ist eine gute Provenienz?
Auch bei Provenienzen gibt es Qualitätsunterschiede. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Provenienz umso besser ist, je weiter sie zurückreicht und je renommierter Sammlung und Auktionshaus sind, aus denen eine Münze stammt.
Wie kann ich eine Provenienz rekonstruieren?
In den letzten Jahren haben sich einige Unternehmen darauf spezialisiert, mittels KI und großer Datenbanken gegen Gebühr verlorene Provenienzen zu rekonstruieren.
Sie können sich aber auch selbst auf die Suche machen. Unser Partner Sixbid bietet in seinem Archiv sowohl alle bei Sixbid gelaufenen Auktionen seit dem Jahr 2000 sowie in seinem Classical Archive digitalisierte gedruckte Kataloge aus den Jahren vor 2000. All das ist über eine simple Wortsuche erschlossen.
Mehr über bedeutende Sammlungen und Sammler erfahren Sie in unserem Sammler Who’s who.











